NEUSEELAND
- mit ROTEL durch das Land der großen weißen Wolke -
(Dezember 2000 / Januar 2001)

Nach einem sehr langen und anstrengenden Flug (ca. 30 Stunden) und Zwischenstopps in L.A. und auf den Fidji-Inseln, erreichten wir am 17. Dezember Auckland auf der Nordinsel. Neuseeland hat in der Zeitrechnung 12 Stunden Vorlauf. Der rote ROTEL-Bus wartete schon auf uns. Als die Gruppe komplett war, begannen wir sofort mit dem Programm. Somit konnten wir gar nicht erst an einen Jet-Lag denken. Innerhalb von drei Wochen würden wir fast das ganze Land in seiner einzigartigen Schönheit erleben. Leider spielte das Wetter nicht so mit. Für Hochsommer hatten wir bitterkalte Temperaturen, manchmal tagsüber nur 10 °C.

TE IKA A MAUI (Nordinsel)

Auckland, mit 910.000 Ew. die größte Stadt Neuseelands, wird immer wieder mit Sydney verglichen. Die Ähnlichkeit liegt in dem riesigen Naturhafen Waitemata, der bis ins Stadtzentrum reicht und der Harbour Bridge. An den Wochenenden wimmelt es dort von bunten Segelschiffen, was Auckland auch den Beinamen „Stadt der Segel“ eingebracht hat. Lt. Statistik verfügt jeder vierte Haushalt in Auckland über ein eigenes Boot. Überragt wird Auckland von zahlreichen Vulkankegeln. Vom höchsten von ihnen, dem 196 m hohen Mt. Eden, hatten wir einen guten Überblick über die schöne Stadt: Außer im Innenstadtbereich von Auckland herrscht überall die landesübliche Einfamilienhausbebauung mit kleinen Gärten vor. Auckland machte von oben überhaupt nicht den Eindruck einer Großstadt. Die Harbour Bridge und der Albertpark standen ebenso auf dem Programm wie das Auckland War Memorial Museum, das an 364 von 365 Tagen geöffnet hat, lediglich am 25. Dezember bleiben seine Tore geschlossen.
Das Museum enthält außerordentlich reiche Sammlungen zur Natur- und Kulturgeschichte des südpazifischen Raums sowie zur Geschichte Aucklands. Wir besuchten u. a. die Maori-Ausstellung. Mehrere hier ausgestellte Gebäude sind Originalbauten. Der sog. Maori Court, ein mit reichem Schnitzwerk verziertes Versammlungshaus (Marae) von 1878, stammt aus der Gegend von Thames. Das wundervolle Maori-Portal hatte man aus dem Raum Rotorua hierher gebracht. Die Architektur eines Marae symbolisiert die menschliches Gestalt, den Ahnen, der durch das Gebäude gegenwärtig ist: Der lang gezogene Firstbalken bildet das Rückgrat, die seitlichen Dachverstrebungen sind die Rippen. Vorn umrahmen Giebelbalken wie zwei mächtige Arme die Türöffnung. Man darf ein Versammlungshaus nicht mit Schuhen betreten, befindet man sich schließlich im Inneren des Ahnen.

Von Auckland aus ging es in die Region Northland entlang der Hibiscus-Coast mit vielen reizvollen Badebuchten und immer wieder neuen Ausblicken auf das Meer zur subtropischen Bay of Islands. Hier stand eine Boots-Fahrt auf dem Programm. Die Bay of Islands erhielt ihren Namen 1769 von James Cook und ist gesprenkelt von mehr als 150 zumeist grünen und bewaldeten Inselchen. Das Gewirr der Inseln sowie das subtropische Klima machen den Reiz der Landschaft aus. Es war faszinierend. Der österreichische Künstler Friedensreich Hundertwasser hatte sich hier niedergelassen und auf seinem Landsitz, einer ehemaligen Farm bei Kawakawa, Tausende von Bäumen gepflanzt. Ein Glück, dass unser Boot eine Delfin-Beobachtungslizenz besaß. So bekamen wir genügend Delfine vor die Kameras. Doch als wir aufs offene Meer zum Cape Brett kamen, hatte einige die Seekrankheit eingeholt. Es war hoher Wellengang und die Schifffahrt dauerte auch drei Stunden. Das war für einige einfach zu viel und sie waren froh, wieder festen Boden unter den Füßen zu haben, als wir in Russell, der ehemaligen Hauptstadt Neuseelands, das Boot verließen.
Unser nächstes Ziel hieß Waitangi, bekannt für den sog. „Vertrag von Waitangi“, in dem die Maori an die Siedler Land abtraten. Damals lebten 100.000 Maori, aber nur etwa 1.000 europäische Siedler in NZ. 18 Jahre später waren die Weißen bereits in der Überzahl. Nach etlichen kriegerischen Auseinandersetzungen sollte dieser Vertrag Frieden schaffen: Die Häuptlinge erkannten die britische Oberhoheit an, man sicherte den Maori alle Privilegien britischer Bürger zu, zugleich sollten ihre Landrechte geschützt bleiben, Ländereien durften nur an die Krone und nicht an einzelne Siedler verkauft werden. Doch wegen Übersetzungsmängeln, weil den einzelnen Maori der Begriff ‚Land-Eigentum‘ fremd war (es gehört stets dem Stamm), kam es bei Landverkäufen zu folgenschweren Missverständnissen. Bis heute hat der Vertrag große Bedeutung im Zusammenleben beider Kulturen.
Am nächsten Tag kamen wir in die riesigen Kauriwälder von Northland. Einer davon ist das 9.000 ha große Urwaldgebiet Waipoua Kauri Forest. Hier sind die größten Kauri-Bestände NZs erhalten, die noch nicht den Äxten der rigorosen Holzfäller zum Opfer gefallen sind. Ein gekennzeichneter Wanderweg führte uns zum Baumriesen Tane Mahuta, den „Gott des Waldes“. Er ist der größte bekannte Kauribaum mit einer Höhe von 51,5 m und einem Stammdurchmesser von mehr als 9 m. Sein Alter wird auf 1.200 Jahre geschätzt. Der älteste Kauribaum, Te Matua Ngahere („Vater des Waldes“) hat mehr als 2.000 Jahre auf dem Buckel, ist aber nur 30 m hoch. Ursprünglich gab es einen Bestand von 1 Mio. ha Kauribäumen. Heute ist wegen der Abholzung nur noch 1 % davon vorhanden. Seit 1985 ist das Abholzen ganz verboten. Innerhalb von 150 Jahren wurden 99 % vernichtet. Ein Kauribaum wächst bis zu 30 cm pro Jahr. Aus jedem uralten Baum kann man 280 – 290 m³ Holz gewinnen, genug für 3 – 4 Maorihäuser, die geschnitzt werden. Im Otamatea Kauri & Pioneer Museum in Matakohe kann man sich gut über die Geschichte der Kauriwälder, über Kauriverarbeitung und Harzgewinnung informieren.
Weiter gings durch die Waikato-Ebene des Waikato River, mit 425 km der längste Fluss NZs. Der Maori-Name „Waikato-taniwha-rau“ bedeutet soviel wie „Fließendes Wasser der 100 Wasserungeheuer“. Hier besuchten wir die Waitomo-Caves („Wasser, das durch ein Loch fließt“), schöne Tropfsteinhöhlen in einem weit verzweigten Karsthöhlensystem. Sie waren lange Zeit nur den Maori bekannt. Erst 1887 wurden sie von den Weißen entdeckt. Bekannt sind die Höhlen auch als „Glühwürmchenhöhlen“: Larven einer Mücke leben hier. Sie haben in ihren hinteren Segmenten Organe, die ein sanftes grünes Licht erzeugen und leben in einer Art „Hängematte“ aus Sekreten an der Höhlendecke. Klebrige Fäden hängen herab, in denen sich vom Licht angelockte Insekten verfangen. Von einem Boot aus kann man die winzigen Leuchtpunkte sehen, vorausgesetzt, es ist lautlos und stockdunkel.

Rotorua liegt in der Region Bay of Plenty und bedeutet „Zwei lange Seen“. Dieses Gebiet mitten im alten Siedlungsgebiet der Maori zählt zu den meist besuchten touristischen Höhepunkten Neuseelands. Auf unserem Campingplatz in Whakarewarewa gab es eigene Thermalquellen, schweflig und sehr warm. Bei einem abendlichen Spaziergang am mit Schwefelausbrüchen verzierten Golfplatz vorbei, stellte sich uns folgende Frage: Was hat ein Golfer, dessen Ball nicht in einem Sandloch, sondern glucksend in einem Schlammloch verschwindet? Antwort: größtes Handicap!
Der Thermalpark von Whakarewarewa ist wunderschön und an den Schwefelgeruch gewöhnt man sich sehr schnell. Der große Pohutu-Geysir gilt als der spektakulärste Geysir in NZ und stößt das heiße Wasser normalerweise 10 – 25 Mal am Tag jeweils 5 - 10 min aus. Er ist jedoch schon seit März 2000 ununterbrochen aktiv. Der Cooking Pool war früher der Kochherd der Maori, wo Hangi zubereitet wurde. Außer Geysiren und Schwefeltümpeln gibt es hier auch ein Kiwi-House. Da Kiwis nachtaktive Tiere sind, wird hier der Tag zur Nacht gemacht, um den Besuchern das Leben dieser Vögel zu zeigen. Alle drei Kiwiarten (Streifenkiwi (brown kiwi), Kleiner Fleckenkiwi (little spotted kiwi) und Großer Fleckenkiwi (great spotted kiwi)) sind flugunfähig. Sie haben einen langen, tastempfindlichen und biegsamen Schnabel mit kleinen Nasenlöchern an der Spitze. Geruchs-, Tast- und Gehörsinn sind sehr gut ausgebildet. Der Kiwi erkennt Gefahren oder Nahrung am Geruch. Das Gefieder besteht aus langen, wie grobe Haare wirkenden Federn. Im Verhältnis zu Körpergröße und –gewicht legen Kiwis außerordentlich große Eier. Kurz vor der Ablage macht ein Kiwi-Ei etwa 20 % des gesamten Körpergewichts eines Weibchens aus (ein neugeborenes Kind hat dagegen „nur“ 5 % des Gewichts der Mutter). Im Park gibt es ein Modell einer Maori-Siedlung, das uns Einblick in das Leben der Ureinwohner vor dem Eintreffen der Weißen gibt. Nach dem Besuch des Agrodom „Leisure Park“, ein touristisches Spektakel rund um die 19 verschiedenen Schafarten NZs, wo man während einer Show einiges über Schafzucht in NZ lernt, und einem Stadtbummel in Rotorua selbst, kamen wir am selben Abend noch einmal hierher, denn wir waren eingeladen beim hier lebenden Maori-Stamm. Zu Beginn das typische Begrüßungsritual (Te Powhiri Ki Te Manuhiri) nach dem Marae-Protokoll: Mit Muschelhorn signalisierte ein Maori auf dem Ausguck, dass Besucher (Manuhiri) im Anmarsch sind. Die Begrüßungszeremonie beseitigt das Tapu und gestattet es den Gastgebern und Gästen, gesellschaftlich miteinander zu verkehren. Die Maori-Frauen stießen einen Begrüßungsruf (Karanga) aus. Daraufhin gab es eine rituelle Herausforderung: ein tanzender, mit einer Art Lanze stoßender und die Zunge herausstreckender Maori-Krieger kam auf die Besucher zu. Er legte ein Farnblatt in gebührendem Abstand vor der Gruppe auf den Boden. Der „Chief“ musste das Blatt aufheben, da wir guten Willens gekommen sind. Im Anschluss die Willkommensreden (Mihi) vom Eingang (Taumata Tapu) des Versammlungshauses, die von einem von den Frauen gesungenem Lied (Waiata) begleitet wurden. Erst danach durften wir das Versammlungshaus – natürlich ohne Schuhe – betreten. Auf den Hongi – das kurze Aneinanderpressen der Nasen – wurde bei 90 Gästen verzichtet. Das „Ritual“ ist kein Spaß und keine Show, sondern Tradition: selbst als die Queen einmal bei den Maori zu Gast war, durfte sie nicht das Farnblatt aufheben, sondern musste ihren Minister vorschicken, weil der „Chief“ immer nur ein Mann sein darf. Im Versammlungshaus selbst durften während des offiziellen Teils, wo stets Kriegstänze vorgeführt werden, auch nur Männer in der ersten Reihe sitzen. Anschließend gab es eine Fotosession, wo sich jeder mit den Maori fotografieren lassen konnte. Mitunter ergab es ganz lustige Situationen. Es folgten verschiedene Tänze und Gesänge. Nach der etwa einstündigen Vorstellung gingen wir zum Hangi-Essen: Hangi ist ein Maori-Erdofen. In eine ausgehobene Grube werden heiße Steine gelegt, darauf Essen in Körben, die in feuchte Tücher gewickelt werden, dann wird das Ganze mit Erde bedeckt und gart langsam im Erdofen. In Rotorua nutzt man natürlich die Thermalwärme der Erde. Wir waren nicht die Einzigen. Zu den ca. 90 in den Saal passenden Menschen gehörten auch eine Gruppe von Meiers Weltreisen und eine englische Reisegruppe. Dementsprechendes Gedränge gab es am Buffet. Kurz vor dem Ende der Veranstaltung um 21 Uhr wurden Weihnachtslieder gesungen. Schließlich war in zwei Tagen Weihnachten. Das Lied „Silent Night/Stille Nacht“ sang jeder in seiner eigenen Sprache. Natürlich überwog das Deutsche....

Am nächsten Tag kamen wir nach Te Wairoa (Tarawera), wo wir eine Stadt besichtigten, die im Juni 1886 beim Ausbruch des damals als erloschen gegoltenen Tarawera unter Meter hohen Ascheschichten begraben wurde. Auch die für das achte Weltwunder gehaltenen rosa-weißen Sinterterrassen verschwanden dadurch. Anschließend besuchten wir den Thermalpark Wai-O-Tapu Wonderland mit seinen „heiligen Gewässern“, den stinkenden, aber farbigen Schwefelpools. Heißes (74 °C) und an Mineralien überreiches Thermalwasser (Gold, Silber, Arsen, Quecksilber, Schwefel und Antimon) perlt im sog. Champagne Pool wie das beliebte Getränk gleichen Namens (Æ 60 m, Tiefe 60 m). Dabei spielen dieser Teich und einige benachbarte in allen Farben, vornehmlich in Gelb, Grün und Blau. In allen Farben dagegen schimmern die Silikat-Terrassen der sog. Artist’s Palette, die von vielen Besuchern mit den durch den Tarawera-Ausbruch verloren gegangenen weißen und rosa Sinterterrassen verglichen werden.
Auf der Weiterfahrt durch die Region Waikato kamen wir am geothermischen Kraftwerk Wairakei vorbei, NZs erstes und der Welt zweites Geothermalkraftwerk. 8 % des gesamten in NZ produzierten Stromes kommen von hier. Fotostopp an den Huka Falls, wo der mächtige Waikato River durch eine recht enge Felsspalte donnert. Kurzer Besuch in Taupo. Der Lake Taupo ist das größte Binnengewässer NZs und bedeckt gleich mehrere Vulkankrater. Mit einer fast kreisrunden Fläche von 660 km², einer Tiefe von 162 m, einer Länge von 40 km und Breite von 26 km ist er fast doppelt so groß wie der Lake Tekapo, zweitgrößter See NZs. Der Ausbruch des Mt. Taupo war der größte Ausbruch aller Zeiten. Alte Aufzeichnungen aus China und dem römischen Reich beweisen, dass die Folgeerscheinungen des Ausbruchs in der Atmosphäre noch in weit entfernten Teilen der Welt beobachtet wurden. Neuseeland war wohl zu dieser Zeit noch nicht besiedelt.

Nun kamen wir in die Region Manawatu-Wanganui mit dem Tongariro National Park, der 1887 gegründet wurde und seit 1991 in der UNESCO-Liste des Natur- und auch Kultur-Welterbes (World Heritage Site) steht.
Das Zentrum des Nationalparks bilden die drei heute noch aktiven Vulkanberge Tongariro (1.968 m), Ngauruhoe (2.291 m) und Ruhapehu (2.797 m). Die geologisch recht jungen Vulkane sind in den letzten Jahrhunderten immer wieder ausgebrochen. Im Laufe der Jahrmillionen entstanden zahlreiche unterschiedliche Lebensräume, die durch ihre natürliche Schönheit bestechen. Am häufigsten findet man Grasflächen (Tussock) und Laubwälder und auch die auf der regnerischen Westseite typischen Regenwälder. Am Fuße des Mt. Ruhapehu steht das 1929 gebaute Luxushotel „Château Tongariro“ für die Ski-Touristen im Winter. Auffällig unauffällig begaben wir uns zu den großen Panoramafenstern, um auch einmal den herrlichen Rundblick auf die majestätische Bergwelt genießen zu können.

Am Weihnachtstag, 24.12., kamen wir nach Wellington, Hauptstadt Neuseelands [326.000 Ew.; Maori: Te Whanga-Nui-a-Tara („Taras große Bucht“)]. Wellington liegt auf einer schmalen Landenge, eingeschlossen zwischen steilen Hügeln und dem malerischen Naturhafen Port Nicholson, an der Cook-Meerenge. Vom 196 m hohen Mt. Victoria hatten wir dann auch einen herrlichen Panoramablick über die ausufernde Stadt, den Hafen, die Cook Strait, u. a., obwohl es uns fast wegwehte. Es folgte eine Stadtrundfahrt bis zum Regierungsviertel. Von hier aus gingen wir zu Fuß durch die Stadt: Thorndon, das Parlaments- und Regierungsviertel, Lambton Quay, Cable Car. Mit dieser 1902 eingeweihten Standseilbahn fuhren wir 610 m hinauf bis zu ihrer Endstation in 122 m NN. Die heutigen Wagen sind moderne aus der Schweiz und wurden 1979 gegen die altmodischen ausgetauscht. Oben angelangt, genossen wir den wunderbaren Blick über Wellington. Für den 26 ha großen Botanischen Garten blieb leider keine Zeit, da wir mit der nächsten Bahn schon wieder ins Getümmel des Lambton Quay runter fuhren. Das Cable Car ist keine Touristenattraktion, sondern ein Verkehrsmittel mit Zwischenstation. Am Civic Centre hätte es uns beinahe weggeweht. In dieser Ecke herrschten Verhältnisse wie in einem Düsentriebwerk. Grund ist der fast ständig von der Cook Strait her wehende starke, bisweilen stürmische Westwind, der der Stadt den Beinamen „Windy City“ einbrachte. Die Aucklander scherzen daher: einen Wellingtonian erkenne man im Ausland daran, dass er auch bei Windstille an einer Straßenecke den Hut auf dem Kopf festhalte. Am Abend organisierte unsere Reiseleitung im Aufenthaltsraum eine kleine „Weihnachtsfeier“ für die ganze Gruppe, die bis etwa 22 Uhr dauerte.

Am anderen Morgen setzten wir mit der Fähre „Arahura“ der Linie „Interislander“, durch die berüchtigte Cook Strait fahrend, über auf die

TE WAKA A MAUI (Südinsel)

Hier erwartete uns herrliches Wetter: wenige Wolken, viel Sonne und eine Temperatur, für die wir alle viel zu warm angezogen waren. Von Picton aus gelangten wir an den wunderschönen Marlborough Sounds (benannt nach John Churchill, Herzog von Marlborough) vorbei nach Kaiteriteri, wo wir zwei Nächte bleiben wollten. Da an diesem Tag in NZ die Sommerferien begannen, war der Platz, der so nahe am Meer liegt, schon gut gefüllt.

Der nächste Tag gehörte uns allein und natürlich dem Abel Tasman National Park, mit einer Fläche von 225,3 km² der kleinste NP NZs. Er wurde 1942 anlässlich der 300. Wiederkehr der Entdeckung des Landes durch Abel Tasman im Jahre 1642 gegründet. Mit einem Wassertaxi gelangten wir vom Strand aus bis zur Anchorage Bay und wanderten von hier aus die 11 km auf dem Coastal-Track durch herrliche Natur zurück bis nach Marahau, wo uns der Bus um 17 Uhr abholen sollte. Dies war der sonnigste Tag auf unserer Reise. Wir sahen von der neuseeländischen Fauna u. a. den Fächerschwanzvogel und die Neuseeländische Fruchttaube. Gezählt haben wir sie nicht, die vielen Farne. Fast 200 verschiedene Arten Farn gibt es in NZ, teilweise bis zu 15 m hoch, manche mit einer Blattlänge bis zu 3 m. Darunter auch mächtige Baumfarne. Sie bilden das Nationalsymbol NZs. Am besten bekannt ist der Silber-Farn, dessen ausgewachsene Wedel unten weiß gefärbt sind. Der bis zu 20 m hohe Mamaku ist der größte Baumfarn NZs. Daneben gibt es hier auch den Rimu-Baum, eine Art Nadelbaum. Und Massen von Leuten; die meisten Rucksackwanderer waren aber rücksichtsvoll, weil schnell, denn sie mussten ja eine andere Hütte erreichen. Der Weg führt oberhalb der Küste entlang, sodass man, wenn man baden gehen wollte, sich erst durchs Dickicht nach unten kämpfen musste. Wir gönnten wir uns eine längere Pause am Strand erst, als wir den größten Teil der Strecke zurückgelegt hatten, gerade noch rechtzeitig, bevor die Ebbe alles Wasser vom Strand vertrieben hatte. Wir filmten das Leben in den Wasserlöchern des Watts. So entdeckten wir u. a. einen kleinen Seestern und lebende Turmschnecken (von denen wir viele an den Stränden NZs fanden). Anstrengend wurde nach der Pause die etwa ¾ Stunden dauernde Wanderung durchs Watt bis zum Treffpunkt – in praller Sonne versteht sich. Das Wasser geht hier an der Tinline Bay bei Ebbe über 2 km zurück.

Am anderen Morgen spürten wir richtig, im Sommer zu sein, warm, sodass man in kurzen Sachen am Frühstückstisch sitzen konnte. Sonne pur und nur ein paar Schleierwolken am Himmel. Doch das sollte sich ändern. Denn wir begaben uns jetzt in die regnerische Region West Coast, die sich 500 km entlang der Westküste erstreckt. Durch die hohen Niederschläge gibt es hier viele Regenwälder. Am Cape Foulwind, wo 1770 James Cook mit widrigen Winden zu kämpfen hatte, beobachteten wir eine große Pelzrobbenkolonie. Bei den Pancake Rocks im Paparoa-NP kamen wir in einen Regenschauer, nach dem wir klatschnass waren, aber die „gestapelten Pfannkuchen“ waren doch schön, vor allem wie die Brandung durch die Felsen kam. Diese bizarr geformten Felsen wurden von der Natur im Laufe von 30 Millionen Jahren geschaffen. Auf der Weiterfahrt nach Greymouth hörte der Regen auf. Aber nach dem Aufbauen des ROTELs auf dem „Holiday Park“-Campingplatz schüttete es wie aus Kübeln und binnen weniger Minuten stand das ROTEL in einem See. Zum Regen kam auch noch starker Wind. Nach 2 Stunden wurde es aus Richtung Meer (der Campingplatz lag genau daneben) langsam heller und die Sonne lugte kurz durch die Wolken. Doch der Wetterbericht für morgen und die nächsten Tage verhieß: Regen von morgens bis abends. Aber das gehört in Neuseeland dazu, denn wir sind schließlich in einer der regenreichsten Gegenden der Erde.
In der Nacht gab es Regen, Regen und nochmals Regen. Dann gab es auch noch einen Orkan und ein mächtiges Gewitter weckte uns gegen 3 Uhr morgens. Es war herrlich, aber sehr laut, und wir froh, in einem Farradayschen Käfig zu sein.

Am Morgen: wieder Regen. Die Wiese vor dem ROTEL zeigte jetzt einen Wasserstand von ca. 3 – 5 cm.
Erstes Ziel: Shantytown. Hier befindet sich auf einem Original-Minengelände die Rekonstruktion einer Goldgräberstadt von 1860. Die alten, original möblierten Bauten wurden aus verschiedenen Gegenden in das Freilichtmuseum versetzt. Eine Kirche, die Coronation Hall, der General Store, Ställe und Gefängnis sind ebenso originalgetreu eingerichtet wie das Hotel, das Spital, die Druckerei und die Werkstätten verschiedener Handwerker. Mit Schirm und Videokamera bewaffnet machte ich mich auf den Weg. Mit dem „einzigen Zug des Tages“, einer Dampfeisenbahn aus dem Jahre 1897 mit 1.- und 2.-Klasse-Wagen ging es durch dichten Wald auf in die „Pampa“. Dort durften wir uns die Lok von innen betrachten und sahen auch eine Weka-Ralle. Dann läutete der Zug und wir fuhren zu den „Claims“. Hier wurde uns von Scott, einem professionellen Goldwäscher, gezeigt, wie man das Gold, das 6 Mal schwerer als Stein ist, von eben diesem trennt. Natürlich durften auch wir unser Glück versuchen. Jeder fand in seiner Schüssel ein wenig Gold, was wir behalten durften. Anschließend besichtigten wir die Stadt: Juwelier, Schule, Feuerwehr und auch Krankenhaus.
Anschließend Stopp in der Jade-Stadt Hokitika. Hier wird in Spezialwerkstätten, die man auch anschauen kann, schöner Schmuck aus Grünstein, Jade und Nephrit hergestellt. Alle Jade, die in Neuseeland existiert und gefunden wird, gehört den Maori. Wer Jade findet, muss den Maori den (hohen) Preis dafür bezahlen.
Letztes Ziel des Tages: Franz Josef Village. Von hier aus wollten wir einen Hubschrauberflug über die Gletscher der Southern Alps wagen, doch das Wetter ließ das nicht zu. Also begnügten wir uns mit einem Ausblick auf den Franz-Josef-Gletscher. Dessen Gletscherzunge berührt dabei ohne Übergangszone den Regenwald. Der relativ steile Gletscher ist in den letzten 200 Jahren mehrfach vorgestoßen und dann wieder zurückgewichen; die Gletscherzunge reicht bis auf 300 m NN herab.
Der Flug klappte dann aber am nächsten Morgen. Die erste Gruppe wurde schon um 6.45 Uhr vom Shuttleservice zum Helikopter gebracht. Der Flug war wunderschön und faszinierend zugleich. Start und Landung merkt man kaum. Wir flogen den Fox Glacier hinauf und genossen den Sonnenaufgang in den Bergen. Oben landeten wir im Schnee, stiegen aus und standen 10 cm tief im Neuschnee. Die Füße waren ganz schnell nass. Ein Foto vom Piloten, unsere eigenen Bilder, ein paar Schneebälle und schon mussten wir weiterfliegen. Über die verschneiten/vereisten Bergspitzen gelangten wir zum Franz Josef Glacier, den wir nach Franz Josef hinunterflogen. Der Flug dauerte 30 Minuten und es gibt eine faszinierende Bergwelt da oben. Dafür lohnt es sich schon mal, 180 NZ$ (ca. 160 DM) auszugeben.
Nachdem die letzte Gruppe gelandet war, machten wir uns auf den Weg zum Lake Matheson. Dieser ist in die herrliche Gebirgswelt des Westland NP eingebettet. Kleiner Rundgang zum Viewpoint und wieder zurück. Hier findet man ein berühmtes Postkartenmotiv: die Spiegelung des Mt. Cook und Mt. Tasman auf der dunklen Oberfläche des Sees. Am Ship Creek spazierten wir durch den Regenwald, eine herrliche Landschaft, und auf einem Bretterweg entlang der Dünen. Später Fotostopps an verschiedenen spektakulären Wasserfällen. Nach dem Haast-Pass, Wetterscheide zwischen Ost- und Westküste, hatten wir auch besseres Wetter, aber nicht so, wie wir es uns auf der trockenen Seite der Southern Alps vorgestellt hatten. Nun änderte sich auch die Vegetation: keine Regenwälder und Farnbäume mehr, sondern Trockenvegetation, u. a. das sehr harte Tussockgras. Wir passierten den 45 km langen Lake Wanaka und den 30 km langen Lake Hawea mit mehreren Fotostopps auf das außergewöhnlich schöne Hochgebirgspanorama. Die Außentemperatur betrug nur 15 °C. Grund: in den 2.000er Bergen nebenan regnete/schneite es.

Nachts gab es Dauerregen und morgens sah es erst nicht so aus, als würde es überhaupt aufhören. Die Reiseleiterin erzählte uns, es hätte die Nacht bis auf 800 m herunter geschneit. Wir befinden uns auf 300 m NN. Kein Wunder, dass wir morgens nur eine Temperatur von 8 °C hatten! Voriges Jahr wäre es jedoch noch schlimmer gewesen: da waren weite Teile der Trockenlandschaft überschwemmt gewesen.
Im Karawautal gab es – bei strömendem Regen - die Möglichkeit zum Bungee-Jumping. Die Hauptbasis befindet sich an der historischen Kawarau River Suspension Bridge, die 1880 als Zugang zum Wakatipu-Goldfeld errichtet wurde. Die Bungee Jumper stürzen sich, an einem Gummizug befestigt, in die schwindelerregende Tiefe. Nervenkitzel ist auch nur beim Zuschauen garantiert.
Alsbald brachen wir nach Queenstown auf. Die ehemalige Goldgräbersiedlung liegt am Lake Wakatipu. Die bizarre Bergkette „Remarkables“, mit 2.324 m die höchste der Umgebung, bietet eine wunderschöne Kulisse. Als Zentrum für Skifahrer, Wanderer und Anhänger sämtlicher extremer Aktivitäten ist Queenstown der meist besuchte Ferienort der Südinsel. Wir unternahmen einen kleinen Spaziergang durch den schönen Ort.
Am letzten Tag des Jahres brachen wir in die Region Southland auf. In Te Anau waren wir im Wildlife Park, um Neuseelands seltene Vögel wie Takahe, Weka, Pukeko, Tui, Kea und Kaka zu sehen. Die Rallenart Takahe hielt man für ausgestorben, bis 1948 eine Takahe-Kolonie entdeckt wurde. Zwischen 1950 und 1975 begann man im Mt. Bruce National Wildlife Reserve das Überleben der Tiere in Gefangenschaft zu sichern. Die Vorfahren der Takahes kamen vor Millionen von Jahren nach NZ und besiedelten einen Lebensraum ohne natürliche Feinde.
In der Silvesternacht war es sehr kalt, nur 9,2 °C. Aber im Aufenthaltsraum stand ein – gut geheizter – Ofen, sodass wir bei molliger Wärme in lustiger Runde zusammensaßen und 12 Stunden eher als in Deutschland auf das neue Jahr anstießen.

Am 1. Januar unternahmen wir einen Ausflug in den über 100 km entfernten Fjordland-NP, um mit einem Boot durch den legendären Milford Sound zu schippern. Der Fjordland-NP ist der größte aller neuseeländischen NPs und umfasst die nahezu menschenleere Wildnis im einsamsten Teil NZs. Früh gings los und fast Non-Stop, um vor dem Massentourismus am Bootssteg zu sein. Wir hatten ein Schiff nur für unsere Gruppe allein. Es wurde eine herrliche Fahrt durch den 15 km langen Fjord, der rechts und links von hohen Felsen gesäumt ist. Da die Tasmansee ruhig war, konnten wir auch ein Stück hinausfahren. Die großen Touristenausflugsschiffe kommen nie so weit raus. Hier draußen beobachteten wir Muttonbirds (Lammvögel) und Schwarzdelfine beim Fischen – ein seltenes Schauspiel. Später kam eine kleine Robbenkolonie dazu. Von den vielen „Dauer“-Wasserfällen ist der größte 146 m hoch. Uns erschien er viel kleiner. Angesichts der steilen Felswände, manche fallen bis zu 290 m senkrecht ins Wasser, verliert man hier das Gefühl von Höhen und Weiten. Bei Regenwetter sollen die Wasserfälle noch spektakulärer wirken. Dann stürzt von allen Hängen das Wasser. Gegen 12 Uhr suchte der Kapitän eine ruhige Bucht, wo unsere Gruppe mit Wein auf das neu angebrochene Jahrtausend in Deutschland anstieß.
Auf dem Rückweg nach Te Anau hatten wir Zeit, um mehrmals irgendwo stehen zu bleiben und Fotos zu machen. So am Wasserfall „Chasm“ mitten im Regenwald oder bei den Keas nach dem Homertunnel, bei der Mt.-Cook-Lily mit großen, saftig glänzenden Blättern und weißen Blüten, den Lupinen und den Mirror Lakes, in denen sich die Berge im klaren Wasser spiegeln.

Am nächsten Tag kamen wir in die trockenste Gegend von NZ, in die Region Otago. Die Niederschlagsmenge beträgt hier nur ein Zehntel derer an der Westküste. Dunedin erinnert mit ihrem Namen an die schottischen Einwanderer, die sich hier niedergelassen haben. James Cook segelte 1770 an der Otago-Halbinsel vorüber, den Ausgang des Otago-Hafens übersah er aber. Wir besichtigten die Gebäude der University of Otago. Die Railway Station thront wie eine Burg, aber noch nicht einmal ein halbes Dutzend Züge laufen täglich in den Bahnhof ein, der von 1904 - 1906 im Stil der flämischen Renaissance errichtet wurde. Im Inneren ist er eher großzügig gestaltet: Kolonnaden, Balustraden und einem Fußboden mit Bildmotiven aus 725.760 Mosaiksteinchen. Mittelpunkt der Stadt ist das Octagon, ein achteckiger Platz, an dem die Straßen aus 8 Richtungen aufeinander treffen. Anschließend ging es zur Nordspitze der Otago-Halbinsel (Maori: Otakou), Taiaroa Head. Hier hatten wir eine Verabredung in der Albatross-Kolonie. Zuerst bekamen wir anhand eines Films und einer Führung einiges zu den Königsalbatrossen erklärt, dann durften wir sie beobachten. Es war wunderschön, diese riesigen Vögel, die hier ihren einzigen Festlandsbrutplatz haben, bei ihrer Brautschau zu beobachten. Königsalbatrosse können bis zu 60 Jahre alt werden. In dieser Kolonie hat der älteste Vogel, „Grandma“ genannt, mit 62 Jahren noch ein Ei gelegt, bevor er 1988 verstarb.
Erstes Ziel am nächsten Tag waren die Moeraki Boulders, interessante Formationen tonnenschwerer Steinkugeln am Strand, die bis zu 3 m Durchmesser erreichen, und um die sich zahlreiche Legenden ranken. Sie liegen direkt am Meer und sind vor ca. 4 Mio. Jahren auf dem Meeresboden durch chemische Konkretionen um harte Kerne ausgeformt. Als sich der Meeresboden gehoben hatte, sind sie am Strand von der Brandung freigewaschen worden, weil sie härter waren als das sie umgebende Riffgestein. Sie blieben dann an Ort und Stelle liegen. Langsam zerfallen sie wieder in ihre Urbestandteile.
Bei super Sonnenschein und überraschend warmen Temperaturen kamen wir zu den „Takiroa Maori“, alten Maori-Felszeichnungen. Größtenteils zeigten jedoch nur Schilder, wie die Zeichnungen aussehen. Man hat sie aus dem Kalkstein herausgebrochen und in ein Museum gebracht.
Noch einmal zum Wetter: Es hatte sich schlagartig geändert; wir befinden uns in der trockensten Zone Neuseelands, Central Otago. Allesamt waren wir zu warm gekleidet. Wohl dem, der „Wandelhosen“ (mit abnehmbaren Hosenbeinen) anhatte!
Später fuhren wir entlang des Lake Pukaki zum Mount Cook NP. Dieser umfasst 140 „Zwei- und Dreitausender“ und fünf der größten Gletscher Neuseelands. Sie werden vom höchsten Berg, dem Mt. Cook überragt. Durch den NP zieht sich der 29 km lange und bis zu 3 km breite Tasman Glacier, der größte Gletscher der Südalpen. Der Lake Pukaki wird vom mächtigen, von großen Gletschern gespeisten Tasman River durchflossen. Wegen des hohen Gehalts an sog. Felsenmehl (das ist von den Gletschern abgeriebenes Gesteinsmehl), das der Tasman River einschwemmt, hat der See eine milchige türkisblaue Farbe. Je näher am Gletscher, desto smaragdfarbener das Wasser. Hier gibt es gleich acht Stauwerke für die Energiegewinnung; diese bilden die größte Energiequelle NZs. So wird u. a. der hier erzeugte Strom unter der Cook Strait hinüber zur Nordinsel geleitet. Durch die Fallwinde und dem vorhin beschriebenen plötzlichen Wetterwechsel wurde das Wetter immer besser, bis wir nur noch Schönwetterwolken am Himmel hatten. So hatten wir auch eine wunderbare Sicht auf den Mt. Cook, den höchsten Berg von Australasien. (Die Maori nannten ihn Aoraki „Wolkenaufspießer“.) Ein Glück, denn an durchschnittlich 240 Tagen im Jahr hüllt er seinen Gipfel in dichte Wolken.
Vom Lake Tekapo aus starteten einige Rotelianer zu einer herrlichen Tour über die Southern Alps. Der Flug war herrlich und hat sich wirklich voll gelohnt.

Der nächste Tag bot einen herrlichen Morgen, fast ohne Wolken; nur das Thermometer zeigte lediglich 8,5 °C – etwas sehr kühl für Hochsommer. Unser Tagesziel hieß Christchurch. Die größte Stadt der Südinsel liegt an der Ostküste, unweit der Banks-Halbinsel, an deren Naturhafen Lyttelton im 19. Jh. die ersten Siedler an Land gegangen sind. Im Sommer weht hier oft tagelang ein trocken-heißer Nordwestwind, der als recht unangenehme empfunden wird. Wir waren froh, dass das Wetter so schön war. Bei einem kleinen Stadtrundgang lernten wir die neugotischen Canterbury Provincial Government Buildings kennen. Auf dem Victoria Square erinnert eine patinagrüne Bronzestatue von 1903 an Königin Victoria, eine andere von 1932 an James Cook. Die Christchurch Cathedral sahen wir nur von außen. Dort begegneten wir dem „Wizard“, einem lebenden Kunstwerk, das mittlerweile aus öffentlichen Geldern finanziert wird. Der ehemalige australische Universitätsprofessor steht mit (an diesem Tag) schwarzer Robe und Spitzhut auf einer Leiter und wettert gegen die Emanzipation der Frauen - und das jeden Tag! Seine Landkarte zeigt NZ und Australien ganz oben und Europa down under. Wir nutzten auch die Gelegenheit, das kostenlose Canterbury Museum, untergebracht in einem von Christchurch’s schönsten historischen Gebäuden, zu besuchen. Das Museum ist weltberühmt für seine famosen Ausstellungen, wie z. B. „Nga Toanga Tukuiho O Nga Tupuna“ (der Nachwelt überlieferte Schätze unserer Vorfahren), welche die Klassische Maori-Periode darstellt..
Am nächsten Tag, 5.1., hieß es dann leider: Koffer packen. Da wir bis zum Abflug noch viel Zeit hatten, absolvierten wir nachher ein „Zusatzprogramm“: die „Cathedral of the Blessed Sacrament“ kannten unsere Reisebegleiter auch noch nicht. Ursprünglich stand an dieser Stelle ein kleines Gebäude aus Holz von 1860, das als Kapelle und Wohnsitz des ersten Priesters diente. Die einstige Kirche, 1864 eingeweiht, wurde im Jahre 1887 zur Kathedrale ernannt und ist der Vorgänger der heutigen. Diese katholische Bischofskirche, das schönste im Stil der Neorenaissance errichtete Gotteshaus NZs und eines der schönsten Bauwerke der australasiatischen Kirchenarchitektur, wurde 1901 bis 1905 erbaut.

Von Christchurch hatten wir einen Inlandsflug nach Auckland. Dort stiegen wir in die Maschine nach Frankfurt um. Beim Start um 19.40 Uhr hatten wir eine wunderbare Sicht auf Auckland und seine Skyline, ja sogar die Harbour-Bridge, die wir am ersten Tag sahen, konnten wir ausmachen. Die Inseln der Bay of Islands sahen von oben auch nicht schlecht aus. Wieder Zwischenlandung auf Fidji und in L.A., bevor wir am, 6.1., nach abermals fast 30 Stunden Flug im kalten Deutschland landeten.

Copyright © 2001 Regine Werle. Alle Rechte vorbehalten


Startseite >  Sitemap  >  Aktuelles  >  Käserei  >  Hobbybrauen  >  Reisen  >  Reisen in Ozeanien  >  Reisen in Neuseeland  >  Reiseberichte  >  Fotogalerie  >  Links  >  Gästebuch  >  Kontakt  >  Impressum