Italien
- Aostatal & Piemont -
(24.08.-05.09.1997)

Von Karlsruhe zum Paß „Grand S.Bernardo“ [24.08.97]

Das Wetter war bei der Abfahrt um 13.45 Uhr leicht bewölkt und schwül bei 31 °C mit hohen Ozonwerten. Wir waren beide aufgeregt; ich sicherlich noch mehr als Bertram. Schließlich war es meine erste längere Tour im VW-Bus. Da ich noch nicht mit dem Bus fahren kann, muß Bertram die gesamte Strecke bewältigen. Insgesamt kamen - einschließlich Hin- und Rückfahrt - rund 2 500 km zusammen.
Wir fuhren auf der Autobahn A5 nach Basel. Ohne Kontrolle an der deutsch-schweizerischen Grenze gings weiter bis Bern mit mindestens 4 Tunneln und 5(!) Baustellen - und das trotz Autobahnplakette. Ab Bern waren es dann noch 265 km bis zum Autobahnabzweig zur Paßstraße, mit mindestens 5 Tunneln und 2 Baustellen. (Irgendwann habe ich aufgehört, die Tunnel zu zählen.) Am Genfer See bei Montreux/Vevey legten wir eine Pause ein und genossen die schöne Landschaft. Da hatten wir bereits 307 km in 4 Stunden zurückgelegt. Italien, wir kommen!
Vom Autobahnabzweig bis zur Paßstraße gab es teilweise 2 Spuren, da es schon leicht bergauf ging. Nachdem wir einmal ein Schweizer Auto überholen wollten, ließ dieser uns nicht wieder in die Spur hinein. Knapp vor dem Ende der Doppelspurigkeit gelang es uns endlich. Eben sagte ich zu Bertram: „Du, da hat gerade einer unsere Nummer aufgeschrieben“, da wurden wir auch schon von einer Verkehrskontrolle herausgewunken. Der Schweizer Polizist wollte uns Touristen abkassieren wegen ‘Überholen im Überholverbot’. Bertram konnte ihn jedoch davon überzeugen, daß wir rechtzeitig in der rechten Spur waren. Und beweisen konnte uns der Polizist nichts. Schließlich konnte derjenige, der das Kennzeichen aufschrieb, aus ca. 50 m Entfernung nicht sehen, ob wir nun beim ersten oder letzten der fünf Begrenzungsstriche rüberfuhren. Nun versuchte man es auf andere Art und Weise: Mehrfach schlich der Polizist ums Auto, ob er nicht doch eine Kleinigkeit findet, um uns abzukassieren. Welch Ärger und Frust für ihn, daß er uns unverrichteter Dinge ziehen lassen mußte. Hi, hi!
Die Paßstraße zum „Grand S.Bernardo“ war sehr eng und kurvenreich und vor allem steil. Der Bus hatte ganz schön zu kämpfen und qualmte pechschwarz. Aber wir schafften es! Und um 19.30 Uhr erreichten wir den Paß und suchten unseren Platz für die Nacht neben dem italienischen Zollhäuschen direkt am Paßsee in einer Höhe von 2 446 m. Colle del Gran S.Bernardo ist der höchste befahrbare Paß der Schweizer Alpen mit einem Scheitelpunkt von 2 469 m. Er ist einer der ältesten Alpenübergänge - 218 v.Chr. vermutlich von Hannibal überschritten, danach von den Salassern, Römern, 775 von Karl d.Gr., 1077 von Heinrich II. Man sagt, der Bernhardinerhund hätte seinen Namen nach diesem Paß erhalten. Wahrscheinlich wurden deshalb die gleichnamigen Plüschhunde als Souvenir verkauft. Der 5,8 km lange Straßentunnel „La galleria del Gran Bernardo“, durch den auch eine Pipeline führt, wurde 1964 eröffnet und ist mautpflichtig.
Ein Glück, daß wir auch warme Sachen eingepackt hatten. So mußten wir nicht frieren, denn das Thermometer zeigte nur noch 10 - 15 °C.

Colle del Gr.S.Bernardo - Aosta - La Palud [25.08.97]

Die Außentemperatur betrug gegen 7.30 Uhr ganze 8,5 °C, die Alpengipfel waren wolkenverhangen, die Sonne schien noch nicht über die Gipfel herüber. Ein kleiner Morgenspaziergang brachte uns langsam auf Trab. Bertram hatte seine Kamera immer und überall mit dabei. Dabei entdeckten wir auch den jahrtausendealten Transitweg über die Alpen, der heute noch als Wanderweg begehbar ist. Auf der schweizer Seite steht ein Hospiz, in dem früher Mönche die erschöpften Reisenden beherbergten; und auch Hemingway kam hier einst unter. Währenddessen packte der Souvenirverkäufer seinen Stand mit kleinen und großen Bernhardinerhunden aus. Es wurde auch höchste Zeit, denn kurz darauf spuckte ein Reisebus die ersten Touristen aus. Als wir frühstückten, blinzelte die Sonne hinter den Bergen hervor und das Thermometer stieg langsam an und zeigte schon 11 °C. Kurz nach 9 Uhr fuhren wir die Paßstraße auf der italienischen Seite hinab in das Aostatal.
Aosta, röm. Augusta Praetoria Salassorum, wurde 25 v.Chr. von Kaiser Augustus zur Sicherung der Alpenstraße als Militärkolonie für 3 000 Soldaten ausgebaut, um die Region um den Großen und Kleinen S.Bernhard zu überwachen. Heute ist sie Hauptstadt der gleichnamigen kleinsten italienischen Provinz.
Auf einem Rundgang durch die Altstadt bei nunmehr 29 °C besuchten wir das Café „St. Orso“, um zum erstenmal in diesem Urlaub den guten italienischen Cappuccino zu trinken, der in Italien lediglich 2,- DM kostet; das Aostatal und andere touristische Gegenden bilden da schon Ausnahmen. Am Osteingang der Altstadt des „Roms der Alpen“ steht der verkehrsumbrauste Arco di Augusto (Augustusbogen), der Ehrenbogen für Kaiser Augustus aus dem 1. Jh. v.Chr. mit seinen zehn korinthischen Halbsäulen. Die 22 m hohe Bühnenwand des ehemals vierstöckigen Römischen Theaters, das einst ein Fassungsvermögen von etwa 3 500 Zuschauern besaß, macht sich gut vor dem Hintergrund schneebedeckter Gipfel. Die Reste des Amphitheaters, das für rund 22 000 Zuschauer Platz bot, konnten wir leider nicht finden; sie befinden sich in einem Kloster. Die Basilika S.Lorenzo und die Kathedrale Sta.Maria Assunta, beide auf den Resten frühchristlicher Sakralbauten entstanden, waren wegen Restaurierung leider geschlossen und somit nicht zur Besichtigung freigegeben. Das sollte uns auf unserer Reise noch öfter begegnen.
Auf unserer Fahrt durch das Aostatal wollten wir wenigstens ein paar der über 130 Burgen und Schlösser besichtigen. Aber entweder waren sie wegen Restaurierung geschlossen, wie das Castelle du Sarre, ein späteres Jagdschloß König Vittorio Emanueles II, oder es war überteuerter Eintritt zu entrichten, wie beim Dornröschenschloß Saint-Pierre mit Zinnen und Erkern, wo man nicht einmal kostenlos in den Innenhof kam.
Unser heutiges Ziel hieß La Palud, 5 km oberhalb von Courmayeur (einer der bekanntesten Wintersportorte Italiens), der letzte Ort vor dem 12 km langen Mont-Blanc-Tunnel, der Nord- und Südseite des Monte Bianco genau unter der Aiguille du Midi miteinander verbindet. Wir waren gegen 15 Uhr dort; das Thermometer zeigte auf 1 400 m noch 28 °C. Wir nächtigten auf einem Parkplatz am Ortsrand. Ein Spaziergang durch den Ort zeigte uns, welche Preistreiberei an touristischen Orten herrschte. Obwohl hier wenig deutsche Urlauber zu sehen waren. Einen Blick auf den mit 4 808 m höchsten Berg Europas, den Mont Blanc (Monte Bianco) konnten wir aufgrund der vielen Wolken auch nicht erheischen. Am Abend begann es zu regnen; aber das hat in den Alpen wenig zu bedeuten. Das Wetter kann sich innerhalb weniger Minuten wieder ändern.

La Palud - Val Ferret - Chatillon [26.08.97]

Als wir gegen 7 Uhr den VW-Bus zum Luftschnappen verließen, da traute ich meinen Augen nicht: zwischen den Wolken lag die weiße Haube des eigentlichen Mont Blanc-Gipfels in herrlichem Sonnenschein. Bertram konnte schnell ein Foto machen, bevor der Berg für den Rest des Tages im Schleier verschwand.

Wir hatten vor, diese landschaftlich reizvolle Tour in der umgekehrten Richtung durchzuführen, die anderthalb Stunden dauern soll. Aber leider spielte das Wetter nicht mit. Der schönste Teil der Seilbahn, die Télécabine vom Helbronner zur Aiguille du Midi war wegen schlechtem Wetter für Personenverkehr nicht in Betrieb. Also wählten wir die kurze Variante: Helbronner und zurück. Auf 3 452 m Höhe zeigte das Quecksilber lediglich 3 °C über Null. Eingemummelt hielten wir dem eisigen Wind stand. Ab und zu riß das Wolkenmeer auf und wir konnten den Blick über die Gletscher bis zur Aiguille du Midi und zum Mont Blanc genießen. Einige Gletscherwanderer wagten den Spaziergang über das glatte Element; allerdings nur mit Spezialausrüstung wie Seil und Eispickel. Um nicht ganz zu erfrieren, fuhren wir mit zwei Seilbahnen fast nach unten: Colle del Gigante auf 3 329 m (4 °C) und Pavillon du Mont Frety auf 2 173 m (12 °C). Dort befindet sich der höchstgelegene botanische Garten in Europa, ein Schmaus für meinen Biologen!
Eine Postkarte mit einem Gletschermotiv brachte uns auf die Idee, diesen Gletscher zu besuchen. Er liegt im Val Ferret, das gleich hinter La Palud beginnt. In diesem Tal stießen wir das erste Mal auf Schilder, die zeigten, daß Wohnmobile in einer landschaftlich schönen Ecke und Hotelregion unerwünscht sind; für sie besteht Halteverbot im gesamten Gebiet zwischen 20 Uhr und 8 Uhr. Die Autofahrt ins Val Ferret endet zu Füßen des Glacier de Triolet, bei den Almen von Arnouva. Von da ab begann für uns eine mindestens anderthalb Stunden lange Wanderung zu unserem Postkartenmotiv, dem Ghiacciaio di Pré de Bar. Zunächst kam es mir vor wie eine Völkerwanderung zum nächsten Freibad, so viele Menschen kamen uns entgegen oder liefen in unsere Richtung, zum Teil mit kompletter Ausrüstung für eine Gipfelwanderung. Das letzte Stück zum Gletscher führte uns über ein großes Geröllfeld, zuerst kleinere Steinchen bis hin zu mannshohen Felsbrocken in unmittelbarer Nähe des Eisberges. Die Riesigkeit eines Gletschers ist beeindruckend. Man muß den Kopf tief in den Nacken nehmen, wenn man davor steht, und sieht die Spitze des Eisberges ja doch nicht. Wie soll man dann das Gletscherchen bei St. Bartolomä nennen? Bertram ließ es sich nicht nehmen und ging bis ans Eis. Mir war nicht ganz geheuer. Ich hatte Angst, daß sich ein loser auf dem Eis befindlicher Felsbrocken löst und herunterkommt. Wie mag es wohl in der Eiszeit ausgesehen haben, wo die Dicke des Eises 30 m und mehr betragen hat? In unserem Fall war es sicher nicht einmal ein Drittel davon. Der Gletscher strahlte eisige Kälte aus. Es war mit Sicherheit in unmittelbarer Nähe des Gletschers um fünf oder mehr Grad kälter als im Rest des Tales.
Heutiges Tagesziel sollte das Val di Cogne sein, um am nächsten Tag Zugang zum großartigen Gran Paradiso Nationalpark zu erlangen, der sich mit einer Fläche von 720 km² von den Alpengipfeln bis in die nördlichen Ausläufer der Po-Ebene erstreckt. Das ehemalige königliche Jagdrevier wurde 1922 zum Nationalpark umgewandelt, um den zahlreichen Gemsen und Steinböcken Schutz zu bieten - nachdem der schießwütige Vittorio Emanuele II. den Bestand deutlich geschmälert hatte. Doch leider wurde uns mit unserem Hochdach das nun schon bekannte Schild „Nächtliches Halteverbot für Wohnmobile“ zum Verhängnis. Bertram war sehr ärgerlich. Schließlich hatte er sich so auf die Wanderung durch den Nationalpark gefreut. Uns blieb nichts weiter übrig als umzukehren. Auf der Autobahn in Richtung Torino übernachteten wir auf einem Raststättenparkplatz bei Chatillon. An diesem Abend dachten wir, daß auch die Tour zum Matterhorn ausfallen würde, weil das Wetter nicht so gut aussah und wir nicht wußten, ob diese Strecke nicht auch für Wohnmobile gesperrt sei.

Chatillon - Matterhorn - Ivrea - Torino [27.08.97]

Als wir am frühen Morgen aufwachten, war der Himmel blau und die Sonne strahlte uns an. Deshalb beschlossen wir, den Ausflug zum Matterhorn doch noch zu unternehmen, da das dorthin führende Tal gleich bei Chatillon begann.
Das romantische Tal „Valtournenche“ zog sich sehr lang hin und war steil, aber wir hatten nicht ganz so schwer zu kämpfen wie am Bernardo. Schließlich hatten wir einen Höhenunterschied von knapp 1 500 m bis nach Breuil-Cervinia (2 006 m) zurückzulegen. Nur eine scharfe Rechtskurve, die nicht enden wollte, wirbelte im Bus alles durcheinander. Mitten im Tal wurden wir mit einem herrlichen Blick auf das Matterhorn (Monte Cervino) ohne Wolken belohnt. Kurz vor dem Ort entdeckten wir ihn, den ersten (und leider einzigen) Wohnmobilparkplatz auf unserer Reise. Diese Plätze sind asphaltiert und mit einer Fäkalien- und Abwassergrube und einer Wasserstelle ausgerüstet - und natürlich kostenlos. Schade, daß wir das nicht eher gewußt haben - diese Plätze sind in keiner Karte verzeichnet -, sonst hätten wir zum Übernachten dorthin fahren können.

Wir genossen noch einmal einen herrlichen Blick auf ein Matterhorn in Sonne, ehe es wahrscheinlich für den Rest des Tages in den Wolken verschwand. Da war es auch für uns an der Zeit zu verschwinden, zurück durch das Valtournenche in Richtung Chatillon. Auf der Fahrt nach Torino wollten wir mehrere auf dem Weg liegende Burgen besuchen, doch leider blieb es aus den schon genannten Gründen nur bei einer äußerlichen Besichtigung.
Parallel zur Turiner Autobahn fuhren wir die Bundesstraße entlang. Es ist anstrengend, auf solchen Straßen zu fahren, da sie sehr voll sind. Die Autobahn ist mautpflichtig und deshalb nicht so stark frequentiert; eine Erholung beim Fahren, sagt Bertram. Direkt an der Bundesstraße, etwa 14 km von Chatillon entfernt steht das Castello di Verres über dem gleichnamigen Ort auf einem wuchtigen Felsen. Die befestigte Burg der führenden Familie der Challant verteidigte das Tal an diesem strategisch wichtigen Punkt, wo das lange Val d’Ayas abzweigt. Das Castello ist als reine Militäranlage mit Quartieren für Söldner weitgehend authentisch erhalten. Wir verpaßten leider den Abzweig, um direkt zum Castello zu fahren. Ein Stück in das Val d’Ayas hinein und wir hatten einen tollen märchenhaften Blick auf Verres, Issogne und den Rand der Alpen Richtung Po-Ebene.
Auf der anderen Seite der Autobahn, gegenüber von Verres liegt mitten im gleichnamigen Dorf das Castello d’Isogne. Das heutige Schloß geht auf einen vor 1151 bestehenden Wehr- und Wohnturm der Bischöfe von Aosta zurück. Der außen schlichte Bau ohne Wehrtürme besteht aus drei Flügeln, die einen malerischen quadratischen Innenhof mit fünfhundert Jahre alten Fresken und einem wunderschönen schmiedeeisernen Brunnen in Form eines Granatapfelbaumes umgeben, und an dessen vierter Seite sich ein Garten anschließt. Leider konnten wir diesen nicht genießen, da der Eintritt nur mit kostenpflichtiger Führung möglich war. Heute nützt die Regionalregierung das Schloß.
Ungefähr 30 km südlich von Verres und Issogne befindet sich der Ort Ivrea. Die keltische Bergstadt Eporedia diente den Römern als Vorposten gegen die Salasser und war später Herzogssitz der Langobarden. Heute hat hier die Firma Olivetti ihren Sitz. Wir besahen uns diese typische italienische Stadt auf einem Rundgang. Der Dom Sta.Maria Assunta östlich neben der alten savoyardischen Burg wurde 397 an der Stelle eines Apollon-Tempels gegründet. Der heutige Bau wurde 969 begonnen und im 12. Jh. vollendet. Auch dieser Dom wurde gerade restauriert, so daß nur der Anblick von außen blieb. Ähnlich ging es uns mit dem savoyischen Bilderbuchkastell, das über der Stadt thront. Das Castello hat nur samstags, sonntags und an Feiertagen geöffnet. Pech für uns. Der in den Ort hinunterführende Weg war offensichtlich sehr alt und eine Art Stufenstraße, mit Gras überwachsen. Dort naschten wir die Früchte des Passionsfruchtbaumes. Da der heutige Tag ebenfalls sehr warm war, gönnten wir uns im Café „Bar Piemonte“ einen Eiskaffee. Einen Eiskaffee wie in Deutschland kennt man hier anscheinend nicht. Die Kellnerin brachte Eis in einem Glas und dazu Espresso, den wir uns über das Eis kippten. Dann war der Espresso auch kalt und wir hatten „Eiskaffee“.
Es ist schon erstaunlich, wenn man die Bergwelt der Alpen und das Aostatal hinter sich läßt und hinab in die Po-Ebene und somit nach Piemont gelangt. Weithin nur Ebene, sehr diesig (im Winter gibt es hier fast täglich Nebel) und nur am Horizont die Einrahmung der Berge. In dem Reisehandbuch vom Michael-Müller-Verlag war auf einen See hingewiesen, der nur einen kleinen Abstecher benötigte. Der Lago di Viverone liegt etwas abseits der Hauptroute Aosta - Torino bei dem kleinen Ort Viverone. Es ist ein hübscher See, ländlich ruhig inmitten sanfter grüner Hügel, dahinter die Bergkette der Alpen. Von ausländischen Touristen ist er so gut wie unentdeckt, wenn man uns nicht berücksichtigt. Aber inländische Touristen gibt es dafür um so mehr. Überall Hotelanlagen, Minigolf- und Golfplätze und Bootshäfen. Badestrände gibt es offenbar nur an Campingplätzen. Wir nutzten das schöne Wetter und den See, um uns am Nachmittag zu erholen. Die Liegewiese war ein schmaler Streifen zwischen Straße und Wasser. Der Abstieg zum See und vor allem der Aufstieg zur Wiese war beschwerlich; das Wasser des Sees eher warm. Kurz: Es muß nicht immer das Meer sein.
Gegen 17.30 Uhr machten wir uns auf den Weg nach Torino, nach Rom, Mailand und Neapel viertgrößte Stadt Italiens, unserem heutigen Tagesziel. Die alte Hauptstadt Piemonts liegt in der fruchtbaren Ebene zwischen dem linken Ufer des Po und dem weiten Bogen der Cottischen und Grajischen Alpen.
Torino ist Verkehrschaos pur, aber aufgrund der gegenseitigen Rücksichtnahme erträglich. Wir parkten an einem Nebenfluß des Po. Es war sehr schwül, die Luftfeuchtigkeit lag bei über 90 %, die Temperatur gegen 21 Uhr noch bei 27 °C. Nachts war es sehr laut, da wir direkt an einer Straße standen. Durch die tägliche Siesta von 12 - 14.30 Uhr werden die Italiener abends ab 22 Uhr noch einmal munter, was sich auch auf den Straßenverkehr auswirkt. Gegen 5 Uhr morgens fuhr Bertram an einen Platz, den wir auf einem kleinen Spaziergang schon gesehen hatten und der näher am Stadtzentrum gelegen war. Wir schliefen dann zwar noch einmal ein, aber es war nicht minder laut als am alten Platz. Da stellte ich mir die Frage: Wo kann man in Torino ruhig schlafen? Ich würde jedenfalls nicht hier wohnen wollen.

Torino [28.08.97]

Für Torino hatten wir einen ganzen Tag vorgesehen. Leider spielte das Wetter nicht mit. Es war bewölkt, bei 21 °C, trotzdem schwülwarm, ab und zu nieselte es. Zunächst besuchten wir die Cafés „Clarina“ und „Masterclub Coffee“, um Cappuccino und Orangensaft zu trinken. Wir sind jeden morgen in ein Café gegangen, um auch unserem natürlichen Bedürfnis nachzugehen, denn Toiletten sind auf Parkplätzen leider nicht zu haben. Gegründet wurde Torino von den keltischen Taurinern. Ab 1720 war Torino Hauptstadt des Königreiches Sardinien-Piemont und von 1798 bis 1814 Mittelpunkt der italienischen Einheitsbestrebungen. König Vittorio Emanuele II. erreichte mit Hilfe Napoleons III. 1861 die Proklamation des Königreiches Italien. Er wählte Torino zur ersten Hauptstadt dieses neuen Königreiches.
Zentrum des historischen Torino ist die Piazza Castello. Dort steht der monumentale Palazzo Madama - ein eigenartiger Baukörper mit mächtigen Türmen, in dem Reste eines römischen Stadttores und einer mittelalterlichen Burganlage integriert wurden. Die eindrucksvolle Barockfassade stammt vom berühmtesten Stadtarchitekten Filippo Juvara, der für zahlreiche Turiner Bauten verantwortlich ist. Der Palast ist lt. Reisehandbuch 1992 seit Jahren wegen Restaurierung geschlossen - und ist es auch heute noch.
Die Nordseite des Platzes begrenzt der Palazzo Reale, das ehemalige königliche Schloß. Er entstand ab 1570 nördlich des Domes und erhielt seine heutige Form 1646-1658. Die Pfeiler am Gittertor des Schloßhofes tragen die bronzenen Reiterbilder des Kastor und Pollux von Abbondio Sangiorgio, 1842. Als Residenzschloß diente der Bau bis 1865. Seither wird er als Museum genutzt. Wir beteiligten uns an einer Führung in englischer Sprache durch diesen Palast. Es war gar nicht so einfach, das Englisch mit italienischem Akzent zu verstehen, aber nach einer Weile gewöhnt man sich daran. Zu sehen sind das Appartemento di Madama Felicita sowie 26 hervorragend ausgestattete Prunkräume, die Reali Appartementi. Prunkstück soll aber zweifellos die königliche Rüstkammer sein, die nicht auf unserem Repertoire stand. Trotz des Nieselregens nutzten wir die Gelegenheit zu einem Spaziergang durch den schönen Schloßgarten, dessen Blick der König jeden Morgen vom Balkon seines Schlafzimmers aus genießen konnte; das einzige Zimmer mit Balkon im ganzen Schloß!
Der Westflügel des Palazzo und die sich angrenzende Kathedrale S.Giovanni Battista befinden sich ebenfalls in Restaurierung und konnten deshalb nicht besichtigt werden.
Ein wenig nördlich der Kathedrale steht noch mit ihren zwei sechzehneckigen Backsteinwehrtürmen die Porta Palatina, das vierbogige nördliche Stadttor der Römerzeit. Auch hier wurde restauriert. Schräg gegenüber, gleich links neben dem Dom, findet man die Ruinen eines Theaters und auf der Piazza Cesare Augusto die Reste einer gepflasterten Straße aus der Römerzeit.
Unser Rundgang durch Torino führte uns nun über die Via Garibaldi, Fußgängerzone westlich der Piazza Castello, tagsüber beliebte Flanierzone. Die dort stehende prunkvollste Kirche von Torino, SS.Martiri, hatte wie alle Kirchen während der Siesta geschlossen. Leider. Nun spazierten wir über Torinos Prachtstraße, die Via Roma, die schnurgerade zum Bahnhof führt. Unterwegs überquerten wir die prächtige Piazza San Carlo - eine völlig symmetrische Barockanlage mit dem 1838 entstandenen Reiterstandbild von Herzog Emanuele Philibert und den beiden Kirchen Sta.Christina und S.Carlo - beide von Filippo Juvara entworfen. Als ich mitten auf dem Platz stand, mir das Denkmal ansah und weitergehen wollte, stellte ich fest, daß ich mitten auf der Straße stand. Der ganze Platz war Straße. Da gab es nicht einen Fußweg. Naja, ging ja alles gut. Weiter gings zum großen Parco del Valentino am linken Ufer des Po. Dabei kamen wir an einem israelitischen Tempel vorbei, der mit seinen Zwiebeltürmchen eher wie eine Moschee aussah. Als Bertram dieses Gebäude fotografieren wollte, wurde er von dem diensthabenden Bewacher des Tempels zurückgepfiffen. Haben die solche Angst, daß man nicht mal fotografieren darf? Der Parco del Valentino ist der bekannteste und beliebteste Park der Turiner, der sich über eine Fläche von 500 000 m² erstreckt. Er zieht sich am Poufer entlang und bietet seinen Besuchern Ruhe und Vergnügen. Im Park liegt der 1729 gegründete Botanische Garten, ein wahrhaftiges Freiluftmuseum: auf 27 000 m² befinden sich Baumpflanzungen, Kräutersammlungen, Forschungslaboratorien, ein Treibhaus und eine reichhaltige spezialisierte Bibliothek. Wir sind jedoch nicht hineingegangen; der ganze Urlaub ist ja von Botanik geprägt. Das direkt am Po gelegene Borgo und Castello Medievale präsentiert sich als Nachbildung einer mitteralterlichen Burg mit dem dazugehörigen Dorf. Wenn man sich den Bau genauer anschaut, fühlt man sich in einen Disneyfilm oder ein Märchen versetzt. Mehr nicht. In einem Innenhof steht jedoch ein schön gestalteter Brunnen in der Form eines Granatapfelbaumes.
Im Café „Caffetteria du Corso“ kehrten wir ein, als es wieder zu regnen begann. Der Cappuccino, den wir uns bestellten, war liebevoll mit Mustern verziert, das wir gleich im Bild festhalten mußten. Auf dem Weg zum Bus kamen wir an der mächtigen Mole Antonelliana vorbei:

Der „Eiffelturm von Turin“ bietet von der 85 m hohen, per Fahrstuhl erreichbaren, Besucheretage eine hervorragende Aussicht über die Stadt. Für uns leider nicht, denn auch das Wahrzeichen Turins befindet sich gerade in Restaurierung - noch bis Mai 1998.
Ich mußte duschen und Haare waschen, um mich wohl zu fühlen. Also nutzten wir die Gelegenheit und nächtigten auf dem Campingplatz Villa Rey, am rechten Ufer des Po, ruhiges Wiesengelände hoch über der Stadt, leider ohne Sicht auf Turin selbst. Es war schön, mal wieder fließend Wasser zu spüren, Warmwasser allerdings nur auf extra Chip. Auf dem Campingplatz standen viele deutsche Wohnmobile, unter anderem gleich 4 Stück vom VW-Bus wie unserer, jedoch mit Faltdach.
Um 20 Uhr gingen wir nobel und first class essen - im Restaurant auf dem Campingplatz. Wir kamen uns wirklich fast wie in einem Nobelrestaurant vor. Die Tische herrlich eingedeckt, der Kellner sehr zuvorkommend und angerichtet wurde am Tisch auf einem Beistellwagen. Wir waren die einzigen Deutschen im Restaurant, dazu drei Franzosen, einige Campinggäste aus Italien und eine Gruppe Italiener, die offensichtlich ein Klassentreffen feierten. Es gab zwei Menüs. Bertram wählte das „Menü des Hauses“ und ich das kleinere „Menü Turistico“. Bertram ließ mich von seiner ersten Vorspeise kosten. Das muß der Kellner gesehen haben, denn von jeder weiteren Vorspeise bekam er zwei, so daß ich auch etwas davon hatte. Dafür mußten wir dann das Dessert für mich bezahlen. Das war nämlich im Menü nicht mit enthalten. Wir saßen in diesem Restaurant draußen und es war noch schön warm. Der Wein aus Asti schmeckte sehr gut. Wir wollten später in Asti solchen Wein kaufen und mitbringen, aber es hat sich keine Gelegenheit dazu ergeben. Jedenfalls waren wir nach diesem Schmaus wie genudelt.

Gangfolge Menü des Hauses Touristenmenü
Vorspeise 1. Ei, gefüllt Ravioli
  2. Schinken -
  3. Gemüse -
  4. Tomatenbrot -
Hauptgericht Ravioli Fleisch mit Salat
1. Gang Reis m.Minze,Basilikum,Sahne -
2. Gang Fleisch mit Salat -
Desert Karamelpudding -
Getränke Cappuccino Cappuccino
  ½ Flasche Grignolino d’Asti ½ Flasche Grignolino d’Asti
  ½ Flasche Wasser ½ Flasche Wasser
dazu Coperto Coperto

Torino - Susa - Colle delle Finestre [29.08.97]

Bei sternenklarer und ruhiger Nacht haben wir herrlich geschlafen. Und als wir um 7 Uhr morgens aufwachten, schien die Sonne von einem wolkenlosen Himmel. Also beschlossen wir, noch einen halben Tag in Torino zu bleiben, um ein paar Sonnenscheinbilder mitzubringen. Aufgrund der katastrophalen Parksituation in der Millionenstadt wollten wir beizeiten im Zentrum sein und verzichteten vorerst auf’s Frühstück. Aber die Sicht war so klar und der Blick so weit, daß wir unsere Tour umstellten und zur Basilica di Superga fuhren.

Bei klarem Wetter wie heute hat man einen gigantischen Blick über die Riesenstadt auf die dahinter aufsteigenden französischen und italienischen Alpen. Besonders schön macht sich der Monviso (3841 m) in dem einmaligen Panoramablick Po-Ebene - Torino - Alpen. Allerdings muß man früh vor Ort sein, bevor der Industriedunst über Torino aufsteigt. Dann versinken nämlich auch die Alpen im Dunst. Wir dachten, daß man vom Dach der Basilika einen noch besseren Blick erhält. Die Kirche öffnete erst um 9 Uhr. So frühstückten wir auf dem Kirchenvorplatz. Leider war es dann doch nicht möglich, auf das Dach zu steigen. Also besichtigten wir die schöne Innenausstattung der Kirche mit rundem Grundriß. Den Eingang bildet eine klassizistische Vorhalle, die an das römische Pantheon erinnert. Bevor wir wenig später nach Torino hineinfuhren, besuchten wir den Berg Monte dei Cappuccini mit der 1583-96 erbauten Kirche S.Maria del Monte. Von hier hatten wir ebenfalls ein herrliches Panorama, diesmal über Torino mit seinem Wahrzeichen - und natürlich dem Dunst.
Auf dem zweiten Rundgang durch Piemonts Hauptstadt Turin liefen wir noch einmal alle Bauten, die wir am gestrigen Tag besuchten, aus dem vorhin erwähnten Grund ab. Diesmal schafften wir es auch, die Kirche SS.Martiri von innen zu besichtigen. Dort bettelte eine ältere Frau um Geld, die später mit zwei schweren Einkaufstaschen und einem Mann schnellen Schrittes davonlief. Wir fanden schöne alte Gassen, die bestimmt schon zweihundert Jahre alt sind, mit bestimmt ebenso alten Geschäften. Das im Jahre 1763 entstandene und damit wohl älteste Café, AL BICERIN, auf der Piazza della Consolata 5, hatte wegen Ferien geschlossen: Dort verkehrten Crispi von Cavour; gerühmt von Dumas. Dort kann man noch das berühmte „Bicerin“ genießen (Kaffee, Schokolade und Sahne). Ein weiteres im Führer angebotenes Restaurant hatte ebenfalls wegen Ferien geschlossen. Also beschlossen wir ärgerlich, wenigstens noch einen Cappuccino in dem gestern aufgespürten Café zu trinken (und siehe da: dort erhielten wir sogar einen SB-Imbiß). Auf dem Weg dorthin kamen wir am Palazzo Carignano vorbei, ein nationales Monument: Er ist Geburtshaus von König Viktor Emanuel II., war 1848-59 Sitz des sardinischen, 1861-64 des italienischen Parlaments (das Königreich Italien wurde 1861 hier ausgerufen).
Nun wurde es Zeit, Torino endgültig zu verlassen. Auf dem Weg in Richtung Susa fahrend, kamen wir am Jagdschloß des Königs Viktor Amadeus II., Stupinigi, vorbei, das 1729-30 von Juvara erbaut wurde. Der Abstecher war enttäuschend, denn auch dieses Schloß befand sich in Restaurierung. Für die beiden geöffneten Palazzi zahlt man je 10,- DM Eintritt. Und der schöne Park war gesperrt. Die Autobahn in Richtung Susa/ Freijus (F) war sehr teuer aufgrund der vielen Tunnel, die zu durchqueren waren.
Das in der Nähe der Alpenpässe Mont Cenis und Mont Genèvre gelegene idyllische Städtchen Susa war die Hauptstadt eines keltischen Königreiches, dessen Herrscher sich mit Caesar verbündete. Der Arco di Augusto (Augustusbogen) ist ein marmorner Triumphbogen und wurde von Cottius für Augustus im 8. Jh.v.Chr. errichtet. Die Friesreliefs stellen den Abschluß des Bundesvertrages dar. Ebenfalls erhalten ist Porta Savoia, ein Doppeltor der Stadtmauer mit römischen und mittelalterlichen Resten.
In Susa bot sich keine Gelegenheit, irgendwo zu übernachten. So beschlossen wir weiterzufahren. Und zwar über den Paß Colle di Finestre, um dort oben auf 2 176 m zu übernachten. Die Straße war sehr schmal und steil. Im Winter, von Oktober bis Mai, sind viele Straßen gesperrt, diese gehörte dazu. Vor jeder Kurve mußten wir hupen, zwei Autos kommen nicht so einfach aneinander vorbei. Oben war es sehr windig. Es gab ein verfallenes düsteres Verteidigungshaus aus dem 2. Weltkrieg, bei dem Lebensgefahr bestand. Das Schild „Camping verboten“ haben wir nicht gesehen. Außerdem kann ich sowieso kein italienisch und könnte ein solches Schild auch nicht lesen. Bei schönem Sonnenuntergang hatten wir eine herrliche Sicht in die beiden Täler „Susa“ und „Chisone“. Es wurde ein sehr interessanter Abend. Mit dem Fernglas beobachteten wir drei Personen, von denen eine in der Dämmerung mit dem Paragleiter aufstieg, sowie eine Herde Alpenkühe mit zwei Begleitern und einem Hund. Die Nacht wurde sehr kalt. Gegen 19.50 Uhr betrug die Außentemperatur nur noch 5,5 °C. Trotz dicker Klamotten mußten wir die Busheizung einschalten, um nicht zu frieren. Dafür war es auf dem Paß schön dunkel und ruhig. Ob es Frost gibt, diese Nacht?

Colle delle Finestre - Finestrelle - Pinerolo - Crissolo - Cuneo [30.08.97]

Nein, es gab keinen Frost, am Morgen waren es 4 °C, also immer noch sehr kalt. Aber dafür konnten wir beim Frühstück beobachten, wie die vom Sonnenaufgang herrlich rot gefärbten Bergkuppen nach und nach golden strahlten.
Langsam fuhren wir vom Paß nach Finestrelle auf 1 100 m herunter. Unterwegs konnten wir an einer Quelle unseren Wassertank auffüllen. Das war auf 1 795 m Höhe am Rande von „Pra Catinat“. Das nutzte Bertram, um die von allerlei Viechzeug verdreckten Autoscheiben grob zu waschen. Auf dem Weg nach Finestrelle kamen wir an der Forte Serre Marie, wahrscheinlich aus dem Mittelalter, und einigen Verteidigungsanlagen aus diesem Jahrhundert vorbei. Kurz vor dem Ort sahen wir eine weitere Forte - ich schätzte 9.-11.Jh., das laut Tafel Forte delle Valli heißen sollte. Diese Burg sei nur mit lizensierten Führern begehbar - ich fragte mich nur wie: der Weg endete an einer offenbar ehemaligen Brücke, wo nur noch zwei verfallene Steinstege unseren Standort mit dem Burggelände verbanden. In Finstrelle selbst spazierten wir durch einen schönen kleinen Ort, der voll verpflegt war. Dort gab es alles, vom Lebensmittelladen über den Metzger bis hin zum Küchenstudio. Wir tätigten unsere Wochenendeinkäufe in dem schönen Städtchen, bevor wir im dortigen Café unseren morgendlichen Cappuccino tranken. In dem Café fand ich Prospekte über die gigantische Feste Forte di Fenestrelle, deren oberen Teil ich kurz zuvor ins Mittelalter einstufen wollte.

Ein Rundgang innerhalb der Festungsmauern dauert laut Prospekt ca. 3 Stunden. Diese Zeit hatten wir nicht. Aber von außen war die Festung so gigantisch, daß wir sie nicht mal komplett auf ein Foto bekamen. Wir fuhren deshalb in den Ort Chambons, von wo aus der terrassenförmige Ausbau wunderbar zu sehen war.
Gegen 13 Uhr picknickten wir im Grünen auf der Fahrt nach Pinerolo in der Nähe des Ortes Passoir Silveggio. In Pinerolo kamen wir zur Siestazeit an. Dadurch war die ganze Stadt wie ausgestorben, alle Läden und Kirchen geschlossen. Ein Stadtrundgang verschaffte uns einen Eindruck vom „Nizza des Piemont“, wie Pinerolo aufgrund seines milden Klimas genannt wird.
Auf der Straßenkarte entdeckte ich das Valle Po, in dem die Quelle des Flusses Po liegen soll. Das ließen wir uns nicht entgehen und machten einen Abstecher ins Po-Tal und zurück in die Alpen. Von dem Quellort soll man einen schönen Blick auf den Monviso haben. In Crissolo war die Fahrt für uns leider zu Ende. Die Straße nach Pian del Re war für Wohnmobile zwischen 14 und 19 Uhr verboten; wir waren gegen 16 Uhr dort. Die Straße ist offenbar so schmal, daß zwei Mobile nicht aneinander vorbeipassen. So kann man früh rauf und nachmittags wieder runter fahren. Ärgerlich, aber leider nicht zu ändern. So kamen wir wenigstens zu einem kurzen Spaziergang durch den Touristenort, planschten am Po und Bertram war auf der Jagd nach unbekannten Heuschreckenarten, die sich gut zu tarnen wußten.
Auf der Weiterfahrt nach Cuneo erschienen vor uns die Meeralpen Richtung Ligurien und Mittelmeer. In Cuneo übernachteten wir auf einem normalen Parkplatz, jedoch etwas abseits von der Hauptstraße, so daß die Nacht nicht so laut wurde. Ein Abendspaziergang war absolutes Muß nach langen Fahrstrecken. Das Abendessen mußte jedoch ausfallen, da überall Coperto für 3 000 - 5 000 LIT verlangt wurde. Coperto ist Brot und Gebäck, das auf jedem gedeckten Tisch steht, und das der Gast bezahlen muß, egal, ob er etwas davon gegessen hat oder nicht - eine Frechheit, für nichts soviel Geld zu verlangen. In Touristenhochburgen geht der Preis dafür bis zu 10 000 LIT (entspricht etwas über 10 DM!). Offenbar war der Parkplatz das Revier der Damen des ältesten Gewerbes der Welt. Zwei von der Sorte konnten wir beim Schlendern und Anmachen beobachten.

Cuneo - Cherasco - Pollenzo - Alba [31.08.97]

Bei herrlichem Wetter und 30 °C begaben wir uns auf einen Stadtrundgang durch Cuneo. Die Provinzhauptstadt liegt malerisch auf einem keilförmigen Hochplateau über der Mündung des Gesso in die Stura di Demonte. Von unserem Parkplatz aus hatten wir einen schönen Blick auf den Berg Monviso; eine kleine Entschädigung für den Fehlschlag „Po-Quelle“. Zentrum ist die große, von Arkaden eingeschlossene Piazza Galimberti. Die Stadt hat irre viele Kirchen zu bieten. Wir besichtigten allein sieben: gestern abend die Kirche S.Sebastian; heute S.Francesco (Restaurierung), Sta.Maria della Pieve, S.Ambrogio, den Dom Nostra Signora del Bosco (zwischen zwei Messen). Das Santuario di Sta.Maria degli Angeli, wo der Schutzpatron von Cuneo, Angelo Carletti, in einer Kristallurne begraben liegt, war geschlossen. Ebenso die interessanteste Kirche in Cuneo, der barocke Zentralbau Sta.Croce mit wundervollem Marmorportal, neben der unser Übernachtungsparkplatz lag. Ich wollte, wenn ich schon mal in Italien bin, auch richtig italienisch essen gehen. Im Restaurant „Pizzaria Napoli“ konnten wir das probieren, denn das Coperto kam hier „nur“ 2 000 LIT. Wir wählten Spaghetti mit Meeresfrüchten und Gnocchi mit Käsesauce. Coperto wurde uns nicht gereicht - den anderen Gästen schon. Die jugendliche Bedienung saß lieber vor dem Fernseher, als die Gäste freundlich zu bedienen. Nach der Rechnung mußten wir sogar persönlich fragen, bevor das Mädchen sich bequemte unwillig aufzustehen. Da war uns doch tatsächlich das Coperto berechnet! Bertram zog das Geld vom Rechnungsbetrag ab und machte die Bedienung darauf aufmerksam, daß er nicht für „Nichts“ bezahle. Plötzlich hieß es: „Servizio“, den es hier nicht gab. - Und ich bin erst mal geheilt vom Restaurant in Italien. Offenbar müssen die Italiener erst noch lernen, daß es Trinkgeld (Servizio) nur gibt, wenn der Gast auch zufrieden war. In manchen Restaurants ist der Service gleich im Preis einkalkuliert (ca. 20 %)!
Gegen 14 Uhr verließen wir Cuneo in Richtung Alba. Die Stadt Mondovi, sahen wir im Vorbeifahren mit Fotostop. In unmittelbarer Nähe befindet sich die Wallfahrtskirche Santuario di Vicoforte (Santuario Basilica Regina Montis Regalis). Wir hatten uns trotz des schwülen Wetters christlich bekleidet, denn in dieser Kirche ist man mit T-Shirt und Shorts nicht willkommen.

Diese Kirche ist die weitaus schönste, die ich je gesehen habe. Abgesehen von der Höhe fesselte mich die üppige und helle Malerei an Decke und allen Wänden, die teilweise mit plastischen Reliefs ergänzt war und das gesamte Ensemble räumlich erscheinen ließen.
Durch die Po-Ebene mit herrlichem Alpenpanorama führt uns unsere Reise weiter nach Cherasco, eine 1243 gegründete mittelalterliche Stadt, die auf einem Berg mit Sicht auf die „Langhe“ und die Alpen liegt. Sie ist von einer Sternbastion begrenzt und wie eine romanische Festung mit senkrechten Straßen, die ins Grüne münden, gebaut. Sonntags ist hier im katholischen Italien stets Messe, egal zu welcher Zeit. Und so auch gegen 17 Uhr, als wir die Wallfahrtskirche der Heiligen Jungfrau des Volkes „Santuario della Madonna del Popolo“  besuchen wollten. Diese Kirche erstrahlte rötlich im Abendsonnenlicht, da die Fassade aus Backstein ist. Die weite oktogonale Kuppel ist die drittgrößte in Piemont. Der Triumphbogen Arco del Belvedere (Arco Trionfale della Madonna) wurde zwischen 1647 und 1688 als Widmung für die Rettung von der Pest 1630 erbaut. Der Palazzo Brizio della Veglia ist ein großartiges gotisches Bauwerk, das kürzlich restauriert wurde, mit ausgedehntem inneren Garten. Der Nazarole-Bogen (Arco di Porta Nazarole) wurde Ende des 18. Jh. begonnen und ist unvollendet geblieben. Der Name kommt wahrscheinlich daher, daß die durch den Bogen führende Straße zu den Ort Nazarole führt.
Auf dem Weg nach Alba liegt Pollenzo, dem Kulturführer nach eine römische Stadt von 170 v. Chr. 1295 wurde sie von den Asti zerstört. Aus der römischen Zeit seien noch erhalten: Forum, Tempel, Theater für 6 000 und Amphitheater für 17 000 Zuschauer; alle Gebäude aus dem 1.-2. Jh. n.Chr. Wir fanden zwar ein Schild „Amphitheater“, aber wo war es? Wir liefen einmal im Kreis, immer dem Schild und der Nase nach. Aber wir konnten nichts von einer ehemaligen römischen Stadt entdecken. Nur kleine Häuser mit Gärten. Ein Garten war tiefer gelegen, rund, und mit Tomatenpflanzen bestückt. Vielleicht war das einmal das Theater? Diese Aktion war wohl ein Satz mit „x“, nix. Hier wollte uns wohl einer verulken, entweder der Kunstführer oder das Hinweisschild. Oder die Gebäude befinden sich innerhalb eines Privatgartens und sind nur zu bestimmten Zeiten für Publikumsverkehr geöffnet. Nun gut. Kaum verließen wir den Ort, entdeckten wir die Reste einer antiken römischen Brücke. Wenigstens etwas. Und weiter führte uns die Reise nach Alba, unserem heutigen Ziel. Wir übernachteten auf einem Parkplatz außerhalb des Stadtzentrums, aber nicht weit davon entfernt; lediglich die Eisenbahngleise trennten uns von der Stadt der Trüffel. Am Abend machten wir wie gewöhnlich einen kleinen Stadtrundgang und besichtigten bei der Gelegenheit den offenstehenden gotisch-lombardischen Dom S. Lorenzo. Im Café „Calissano“, das Café der vornehmen Herrschaften des 19. Jh., tranken wir weißen und roten italienischen Wein. Es war noch sommerlich warm und erstaunlich viel los.

Alba - Asti - Acqui Therme - Casale [1.09.97]

Der heutige Tag begann mit herrlichem Sommerwetter und bereits 21 °C am frühen Morgen. Ein Rundgang am Vormittag zeigte uns die Schönheit der Stadt, die für zwei Dinge berühmt ist: ihre roten Weine und die weißen Trüffel „tartufi“.

Wir konnten uns beherrschen und sparten unser Geld für nützlichere Dinge. Abgesehen davon war offensichtlich auch noch keine Trüffelzeit, als wir Alba besuchten.
Charakteristisch für Alba und einige andere mittelalterliche Städte sind die sog. Wohntürme, die zwischen den Häusern emporragen. Je höher der Turm, desto wohlhabender war die zugehörige Familie. Aus Angst vor mörderischen Übergriffen der in Fehde stehenden Nachbarn schloß man sich nachts im Turm ein. So konnte zwar die Wohnung ausgeraubt, die Familienmitglieder jedoch nicht ermordet werden.
Gegen Mittag setzten wir unsere Reise in Richtung Asti fort. Dort gab es einen riesigen, in glühender Hitze liegenden Parkplatz, der ausnahmsweise kostenfrei war. Nachteil: Zum Stadtzentrum waren es noch ca. 20 min. Und so mußten wir ganz schön hetzen, um den Dom noch vor der 1½-Stündigen Siestapause zu erreichen. Die gotische Backstein-Kathedrale Sta.Maria Assunta und S.Gottardo wurde 1309-54 in farbigem Wechsel der Ziegel erbaut. Mit einem anschließenden Rundgang erkundeten wir auch diese uns bisher unbekannte Stadt. Hier ist ebenfalls eine Handvoll der alten Geschlechtertürme aus Backstein erhalten, wie die Torre Deregibus. Asti ist die Geburtsstadt von Vittorio Alfieri (1749-1803), dem bedeutendsten italienischen Tragödiendichter des 18. Jh., dessen Geburtshaus wir unter anderem auf dem Rundgang entdeckten. S. Secondo war wohl die erste Bischofskirche der Stadt. Die heutige Kirche stammt aus der Spätgotik.
Das schöne an einer selbst organisierten Reise ohne Zeitdruck ist, daß man kurzfristig Ziele aus der Planung heraus- und andere hineinnimmt. Genauso handhabten wir es mit Alessandria. Stattdessen fuhren wir nach Acqui Terme.

Die Terme Bolleno ist eine solche Heißquelle, an der man sich sein Badewasser holen könnte, ohne es selbst erwärmen zu müssen. An die Frühzeit der Stadt erinnern noch Pfeilerstümpfe und vier Pfeilerarkaden eines römische Aquädukts, mit dem über 12 km hinweg frisches Wasser aus den südlich vorgelagerten Bergen nach Acqui geleitet wurde. In der Hitze des Tages ließen wir es uns nicht nehmen, auch mal italienisches Eis zu naschen. In der „Acqui-Bar“ konnten wir das auch tun und es war erfrischend.
Am späten Nachmittag begaben wir uns auf den Weg an unser heutiges Tagesziel, Casale Monferrato. Wir parkten direkt vor dem Castell und wollten dort auch übernachten. Der Parkplatz war sehr leer, jedoch mit einer Wasserstelle (Quellenhahn) ausgerüstet. Bertram stellte sich dort gleich unter die „Dusche“, ein angebrachter Schlauch erleichterte das Duschen. Nach einem guten Abendessen machten wir unseren Stadtrundgang schon im Dunkeln. Unser erster Eindruck ergab: tote Hose. Aber wir sollten uns irren, denn der gesamte Ort schien auf der Piazza Mazzini versammelt. Dazu Polizei, Carabinieri, Sanitäter und Militär. Der Grund war die Eröffnung eines Sportfestes der Region Piemont und ihrer Partnerregionen aus Frankreich, Portugal und Österreich mit einer Ansprache verschiedener Leute und einem anschließenden Kurzkonzert des Fanfarenorchesters “Berlieri“ des 3. Regimentes. Das Orchester spielte gut und hatte bereits mehrere Auftritte in unterschiedlichen Ländern hinter sich, u. a. auch in Deutschland und Australien. Als sich der Rummel langsam auflöste, gingen wir auch noch ein paar Runden. Und nun war überhaupt keine tote Hose mehr. Bei stolzen 28 °C um 21.30 Uhr waren unheimlich viele Menschen und Familien unterwegs. Während der Veranstaltung hatten wir den Bus auf die Stadtseite des Parkplatzes gefahren, da die Festungsseite zu dunkel lag und wir Angst hatten, daß das Auto geklaut werden oder zumindest aufgebrochen werden könnte. Zum Schlafen stellten wir den Bus jedoch wieder an der dunklen Castellmauer ab. Der andere Parkplatz mußte nämlich dienstags und freitags morgens ab 6 Uhr geräumt sein, da dann Markttag ist.

Casale - Vercelli - Lago Viverone [02.09.97]

Ab 7 Uhr wurde der Parkplatz mit einem Mal irre voll. In Massen strömten die Menschen auf den Markt. Dabei hatte sich ein älterer Herr selbst zum Parkwächter ernannt und lotste die Autos in die Lücken. Manche Fahrer dachten gar nicht daran, sich einweisen zu lassen. Sie wollten so nah wie möglich am Markt parken und warteten, bis etwas frei wurde, und behinderten so andere. Dabei waren auf dem Parkplatz noch so viele Plätze frei!
Zunächst erforschten wir die römische Gründung am Südufer des Po, die 1303 an die Markgrafen von Montferrat kam. Die Piazza Mazzini wies kaum noch Spuren des gestrigen Spektakels auf. Im Café „Bar Savoia“ genossen wir zuvor wieder einen tollen Cappuccino. Die Basilica S.Evasio gründeten die Langobarden; der heutige romanische Bau wurde 1218 fertiggestellt. Die reichgegliederte Fassade führt in eine fünfschiffige Vorhalle, die als eine der originellsten Architekturleistungen der oberitalienischen Romanik gilt, an die sich das fünfschiffige Langhaus anschließt. Im Innern hängt unter der Kuppel ein ebenfalls noch aus der Romanik stammendes silberbeschlagenes Holzkruzifix. Im Chor sind Reste des Fußbodenmosaiks der einstigen Krypta erhalten. Besichtigen konnten wir nur vier Schiffe, eins wurde gerade restauriert. Dabei arbeiteten die Restaurateure fast im Dunkeln. Eine Strahlerlampe beleuchtete gerademal den Fleck, der erneuert werden sollte.
Der Spaziergang über den Markt war ein einmaliges Erlebnis. Was es dort alles gab! Da steht unser Freitagsmarkt in Dresden in vielem hinterher. Jeder Wagen stand auf einem vorgezeichneten Platz, manche hatten ihre Ware in Ständen untergebracht, manche verkauften direkt vom LKW. Ein junger Mann hatte mindestens zehn Sofas ausgepackt und wartete auf Kund-schaft. Es gab Gemüse über Gemüse, teilweise wurden ganze Stiegen verscherbelt, z. B. Paprikaschoten zu umgerechnet 2,80 DM die Stiege. Wir sahen mindestens drei LKWs mit frischem Meeresfisch. Da konnten wir nicht widerstehen und besorgten uns einiges für ein schnuckeliges Mittagessen: Sardinen und Oktopusse, Basilikum (ein Riesen Bund!), Eiertomaten, Paprikaschoten, Rettich, Petersilie, Honigmelone... Auf dem Markt gab es Stände mit Kleidern, Schuhen, Hausrat, Spielzeug und Ramschkisten. Wie die Damen sich dort um die Ware gestritten haben! An einem Süßigkeitsstand (eine Tüte mit verschiedenen Pralinés für 10 000 LIT) sah man nur kopflose Menschen, die sich dort drängten: die Dachplane hing soweit hinab, daß sie einen Teil verdeckte. Und Käääse gab es dort: riesige Rollen Parmesan und anderen italienischen Käse.
Irgendwann hatten wir genug und brachen unsere Zelte in Casale ab, um in Richtung Vercelli weiterzufahren. Wir wollten in der Nähe des Poufers eine Pause machen. Aber nirgendwo gab es eine Möglichkeit. Also hielten wir in einem Wald, versteckt vom Fahrweg. Der Platz war ein Auwald mit vielen Mücken. Unsere Dschungelmilch, die ich schon für den Tunesienurlaub 1993 besorgt hatte, tat immer noch gut ihre Dienste. Eine richtige Portion auf die Haut und die Mücken machen einen großen Bogen um dich! Das Essen war ein Schmaus: gebratene Sardinen und Calamaris mit Kräutersoße und Nudeln als Beilage. der Rest wurde zum Salat. Während ich mich um den Aufwasch kümmerte, war Bertram wieder auf Insekten- und Pflanzensafari.
Gegen 14.30 Uhr verließen wir das Paradies der Mücken und machten uns auf den Weg nach Vercelli.


Die Basilica S.Andrea, Symbol der Stadt, ist eine romanische Kirche mit sich anschließendem Kloster. Es ist eine der ersten italienischen Zistersienserkirchen, die noch an der französischen Zistersienserbaukunst orientiert ist: vier Körper rings um einen Kreuzgang. Die Kirche hat drei Schiffe und bekommt das Licht durch große Rosetten. Die Basilika besitzt einen hölzernen Chor von Paolo Sacca da Cremona (1511) mit Intarsien in Form von Stilleben und Stadtansichten. Die Abtei aus dem Jahre 1219 ist seit 1930 wieder von Mönchen bewohnt. Nicht weit von S.Andrea steht der Dom S.Eusebio. Er ist dem ersten Bischof von Vercelli und Piemont geweiht und wurde ab 1572-1700 auf den Überresten einer alten frühchristlichen Basilika neu errichtet. Zeugnis der alten Basilika ist der gewaltige romanische Kirchturm (Kampanile) von 1151. Der Dom bewacht den wertvollen Kirchenschatz in der Sakramentskapelle, der dem großen Publikum unzugänglich ist: Wertgegenstände der kirchlichen Kunst (Reliquiare, Paramente, Goldschmiedegegenstände). Das Stadtzentrum von Vercelli mündet in die Piazza Cavour, den alten Hauptplatz, ein ungleichseitiges Viereck, das ein mittelalterlicher Bogengang umschließt. Die Torre dell’Angelo (Engelsturm) beherrscht den Platz. Der Bau des 14. Jh. ist Zeichen der Macht der Familie Tizzoni. Ein paar Schritte weiter erhebt sich die Torre della Città (Stadtturm), der höchste unter den vielen Türmen, die das Stadtzentrum kennzeichnen; sie bestätigen die Stärke der Vercelligemeinde durch Familien, die im Spätmittelalter über die Stadt herrschten.
Am Spätnachmittag beschlossen wir, zum in der Nähe liegenden Lago di Viverone zu fahren, um noch einmal baden zu gehen, obwohl das Wetter nicht mehr so besonders aussah, und anschließend dort zu übernachten. Mir war es dann doch zu kalt, aber Bertram wagte sich in den See, bevor es anfing in Strömen und die ganze Nacht zu regnen. Der Parkplatz am See war unbeleuchtet; ab und zu kam ein verdächtiges Auto dahergefahren. Aus Angst vor einem Überfall siedelten wir in einen Ort am See um und nächtigten unter einer Laterne. Am frühen Morgen, als es so langsam hell wurde, fuhr Bertram zum Parkplatz zurück.

Vercelli - Novara - Lago d’Orta (Orta San Giulio) - Arona [03.09.97]

Der geplante Badevormittag mußte leider ausfallen, da es bei 18 °C um 8 Uhr morgens doch etwas zu kalt war. Bertram ist da unempfindlich und schwamm noch eine letzte Runde. In den gestern erhaltenen Vercelli-Prospekten entdeckte ich eine Kirche, die wir ganz übersehen hatten und die so herrlich bemalt war. Also fuhren wir zurück nach Vercelli, um uns die Kirche S.Cristoforo anzusehen. Sie ist ein Monumentalgesamtbau, der wertvolle Malwerke von hohem Kulturinteresse besitzt.

Nächstes Ziel auf unserer Reise war Novara, eine reine Industriestadt. Dementsprechend eng war es auf den Straßen, nur kostenpflichtige Parkplätze. Wir wollten gerade weiterfahren, als wir eine Minilücke entdeckten, die nichts kostete. Hier besichtigten wir die Kathedrale S.Maria Assunta, wobei wir erst um den gesamten Domkomplex herumlaufen mußten, ehe wir den Zugang fanden. Beeindruckend sind die riesigen Säulen vor dem Portal.

Im Mittelschiff befinden sich wertvolle Gobelins aus der flämischen Schule. Der Hauptaltar mit einem Baldachin steht auf sechs Säulen und zeigt im Altarrelief von Carlo Bellosio Leonardo da Vincis „Abendmahl“. In einem Seitenschiff wird die S. Eugabio Reliquie, der Leichnam des Heiligen, aufbewahrt und ist für jedermann sichtbar. Gegenüber dem Domeingang befindet sich das achteckige romanische Baptisterium (Taufkapelle), die aufgrund Restaurierungsarbeiten nicht begehbar war. Ebenso gigantisch ist die Basilika S.Gaudenzio.

Der Bau zog sich fast drei Jahrhunderte hin: Beginn im 16. Jh., Chorraum und Querschiff im 17. Jh., Anfang des 18. Jh. die barocke Gestaltung der Krypta und der Hauptaltar. Ungefähr 50 Jahre später wurde von Benedetto Alfieri der wunderschöne Glockenturm und weitere 100 Jahre später die Kuppel von Antonelli erschaffen, die an das Wahrzeichen von Torino erinnert. Die Kuppel ist ganz aus Backsteinen konstruiert und auf der Spitze erhebt sich in 122 m Höhe die Statue des auferstandenen Christus. Allerdings nur als Kopie in Glasfaserkunststoff, weil das Original aus dem vergangenen Jahrhundert in Kupfer nicht weiter Wind und Wetter ausgesetzt werden konnte. Das Original ist auf der linken Seite des Querschiffes zu sehen.
Nach der Besichtigung zogen wir weiter zum Lago d’Orta. Unterwegs kamen wir wieder an riesigen Reisfeldern vorbei. Der Lago d’Orta liegt westlich vom Lago Maggiore hinter Hügelketten versteckt und ist ein hübscher See, dicht bewaldet und mit wenig Ortschaften. Schönster und einzig reizvoller Ort ist Orta San Giulio auf einer weit in den See ragenden Halbinsel am Ostufer - „ein kleines Juwel, das allein die Anfahrt lohnt! Tourismus auf Sparflamme.“ [Reisehandbuch] - Denkste! Vor hauptsächlich deutschen Touristen war vom Ort nur wenig zu sehen. Außerdem alles Kaufbare irre überteuert. Aber schön ist der Ort wirklich. Und unmittelbar davor im See die Isola S. Giulio, eine runde Insel mit schloßartigen Gemäuern - „perfekte Filmkulisse für eine Mischung aus „Graf von Monte Christo“, „Name der Rose“ und „Weißes Rössl am Wolfgangsee“.“ [Reisehandbuch] Wir spazierten durch enge dunkle Gassen mit Kieselsteinpflaster und hohen barocken Gemäuern, die oft wunderschöne Innenhöfe und Säulengänge verbergen. Ein bißchen Melancholie kommt auf, wenn man bei solch trübem Wetter wie heute am See sitzt. An der zentralen Piazza Motta steht der Palazzo Communale von 1582, ein Renaissancebau mit Türmchen und freskiertem Ratssaal über offener Pfeilerarkade. Wir besichtigten die etwas oberhalb vom Seeufer gelegene Kirche Sta. Maria Assunta, eine spätgotische Pfarrkirche von 1485. Interessantestes Ausstattungsstück ist eine romanische Kanzel aus schwarzem Marmor, errichtet in der Grundform eines Vierpasses. Eine kleine Wanderung führte uns hinauf zum südöstlich oberhalb von Orta San Giulio liegenden Sacro Monte. Er ist dem hl. Franziskus geweiht.

Wir besichtigten, sofern nicht durch Restaurierung geschlossen, jede dieser Kapellen, die das Leben des Heiligen Franz von Assisi darstellen und in der Franziskanerkirche enden.
Wieder unten im Ort beschlossen wir, langsam aufzubrechen. Wir wollten um den See, dessen Westufer steil und wenig erschlossen ist, herumfahren, um uns ein Plätzchen für die Nacht zu sichern. Aber es gab nichts. Also erklärten wir Arona am Lago Maggiore zu unserem Ziel. Etwas vom Stadtzentrum entfernt entdeckten wir einen riesigen kostenfreien(!) Parkplatz und sicherten uns einen Platz direkt am See. Auf dem abendlichen Spaziergang durch die vom Deutschtourismus überflutete Stadt erfuhren wir durch die deutschen Bildzeitungen vom tragischen Tod der Prinzessin von Wales, Diana, am 31. August. Ich hielt es zunächst für einen Scherz. Aber die nächsten Zeitungen brachten die gleiche Nachricht; also mußte es wahr sein. In den italienischen Zeitungen zuvor sah ich häufiger Bilder von Diana und ihrem neuen Freund Dodi, dachte aber nur, daß sie halt wiedermal in den Schlagzeilen war. Lesen und verstehen konnte ich es ja nicht. Die erste italienische Zeitung, die wir (d. h. Bertram) lasen, kauften wir vor dem Unfalltag, um zu wissen wie das Wetter die nächsten Tage wird. Bertram holte sich also noch einmal eine italienische Zeitung und übersetzte mir die Nachrichten, die so viele Millionen Menschen auf der Welt bewegten. In einer Osteria, wo wir uns noch einmal am italienischen Wein labten, hatten wir viel Zeit dazu. Als wir später auf den Parkplatz zurückkehrten, waren wir absolut nicht allein. Der Ort direkt am See wahr offenbar Liebesnest für junge Pärchen im Auto. Da war ein Kommen und Gehen wie auf dem Bahnhof. Ein Auto stand in unmittelbarer Nähe von unserem Bus und wartete offensichtlich darauf, daß wir verschwinden, um ungestört zu sein. Wir wiederum wollten dort übernachten und versuchten, das Pärchen loszuwerden. Also stellten wir uns ans Geländer und beobachteten die Sterne: Schwan, Andromeda, Kassiopeia und Perseus. Bald darauf verschwand das Auto mit den Liebenden und wir „rückten vor“, d. h. wir setzten den Bus direkt ans Geländer mit der Schnauze zum See, um morgens den Sonnenaufgang zu genießen. Ein weiterer Vorteil: Es kam kein weiteres „Liebesauto“. Interessant war, daß sich kein Auto unmittelbar neben ein anderes stellte, sondern immer in gebührendem Abstand von mindestens 15 m.

Lago Maggiore [04.09.97]

Mit Blick nach Osten konnten wir einen herrlichen Sonnenaufgang sehen. Nun war ich also am Lago Maggiore, wo ich unbedingt einmal hinwollte, denn unsere ehemalige Nachbarin hatte – in meinen Kindertagen - immer davon geschwärmt.

Die alte terrassenförmig angelegte Stadt Arona mit der Burgruine der Borromäerburg ist römischen Ursprungs. Arona ist der Geburtsort des hl. Karl Borromäus (1538-84), einer der bedeutendsten Erzbischöfe von Mailand und ein wichtiger Vertreter der Gegenreformation. Wir besichtigten nach dem morgendlichen Cappuccino die Kirchen Chiesa di Sta.Marta, die restauriert wurde, und die Chiesa Collegiata di Sta.Maria. Neben dieser Kirche bestaunten wir einen der unzähligen wunderschön gestalteten Innenhöfe. Etwas oberhalb von Arona steht das bronzene Kolossalstandbild des hl. Karl Borromäus (1694), volkstümlich „S.Carlone“ genannt.

Der Koloß ist 23,40 m hoch mit einem Sockel von 11,70 m, zusammen also 35 m. Auf die Aussichtsplattform sind wir nicht gegangen. Die wollten 4 000 LIT Eintritt pro Person - und nur für einen Blick auf den See. Nein, danke. Dazu kämen noch 3 000 LIT Parkgebühr; so stellten wir uns gleich auf den Busparkplatz.
Nun geht unser Urlaub so langsam zu Ende, und wir mußten uns weiter auf der Uferstraße Richtung Schweiz bewegen. Nach zwei Tagen hatten wir wieder knapp 30 °C und Sonne pur. Nächstes Ziel war Stresa, Mittelpunkt des Lago-Maggiore-Tourismus. Gewaltige Hotelpaläste des letzten Jahrhunderts säumen das Ufer.

Wir wandelten auf der Strandpromenade, genossen die Sonne und den herrlichen Blick auf die Borromäischen Inseln. Die Gruppe besteht aus der Isola Bella, der Isola Madre und der Isola dei Pescatori. Die Inseln waren seit dem 15. Jh. im Besitz der Familie Borromeo, die um 1630 mit dem Bau eines Sommerpalastes in Form einer großartigen Villenanlage auf der bis dahin unbewohnten Isola Bella begann. Zu Ehren Isabella d’Addas, der Gemahlin Carlo III Borrmeo, erhielt die Insel den Namen Isola Bella. Die Sommerresidenz der Visconti - mit ihren glänzenden Festsälen und zahlreichen Gemälden aus dem 16. und 17. Jh. und einer Galerie mit flandrischen Wandteppichen aus dem 17. Jh. - ist heute als Museum zugänglich; der Eintritt in die Palazzi und Gartenanlagen kostet jeweils ca. 10 DM. Die Isola Madre liegt weit draußen im See und ist die größte und ruhigste der drei, mit einem Botanischen Garten, ist auch Eigentum der Familie Borromeo; ihre ebenfalls tropische Vegetation wurde in englischem Stil angepflanzt. Die Isola dei Pescatori besitzt keinen Palast, sondern ein ausgesprochen hübsches Fischerdorf.
Nördlich von Stresa, an der Nordseite des Golfo Borromeo des Lago Maggiore liegt die Stadt Pallanza, römischen Ursprungs. Direkt am Wasser des Sees machten wir eine Mittagspause und anschließend Siesta, um die Sonnenstrahlen zu genießen. Wer weiß, wie das Wetter in Deutschland ist. Im Zentrum des Ortes fanden wir einen Bootssteg, von dem aus wir die Füße im See baumeln lassen konnten. Wenn schon nicht baden, dann wenigstens die Füße etwas kühlen. Es gab an dem ganzen See noch keine Möglichkeit baden zu gehen. Alles, was wie Strand aussah, war in Privatbesitz oder gehörte zu Hotels und Pensionen. Teilweise war es durch die Steilküste überhaupt nicht möglich, dort zu baden, so daß auch die Hotelgäste nur einen Swimmingpool nutzen konnten. Und dann heißt es: ich war am Lago Maggiore baden.
In Oggebbio tankten wir noch einmal Wasser mit viel Spaß, bevor wir nach Cannero auf einen Parkplatz fuhren, um dort zu übernachten. Ein Spaziergang zum Ufer des Sees brachte uns die Gewißheit: hier gibt es einen Kiesstrand. Also nichts wie hin, denn es war schon spät. Das Wasser war eiskalt, aufgrund der vielen Gletscherflüsse, die in den Lago Maggiore münden. Bertram hielt es etwas länger aus als ich. Lange blieben wir nicht. Sobald die Sonne hinter dem nächsten Berg verschwunden war, wurde es ziemlich kalt und zu kalt zum „Eisbaden“. Der Parkplatz war ziemlich belebt. Trotzdem konnten wir schlafen. Und wir waren nicht allein. Hier gab es noch ein zweites Wohnmobil.

Cannobio - Ascona - S.Gottardo - Grenzach/Lörrach - Karlsruhe [05.09.97]

Unser letzter Tag in Italien brachte uns morgens nach Cannobio, wo es keinen einzigen kostenfreien Parkplatz gab, außer Kurzzeitplätzen. Cannobio ist das absolute Camperzentrum am See; es gibt wohl mindesten acht Plätze nördlich der Stadt und einen langen Kiesstrand, der zum Baden einlädt. Leider nicht uns, denn der Strand ist nur von den Campingplätzen aus betretbar. Cannobio hat ein wunderbares Stadtpanorama. Zum See hin reihen sich pastellfarbene Hausfronten mit schmiedeeisernen Balkonen und unverbautem Seeblick. Hinter der Uferstraße krümmen sich dunkle und enge Treppenwege mit überwölbten Durchgängen, Kieselwege ziehen sich zwischen hohen Mauern hin. „All das macht Cannobio zu einem der angenehmsten Orte am See - was sich herumgesprochen hat, viel deutsches Stammpublikum.“ [Reisehandbuch] Noch einmal suchten wir ein Café für einen schönen Cappuccino auf, noch einmal besuchten wir eine Kirche. Das Santuario della Pietà war unser Ziel; ein Kuppelbau im Bramante-Stil, 1522 begonnen, 1571 vom hl. Karl Borromäus vergrößert. Die Kuppel ist achteckig. In der Predella des Altares von Ferrari ist das wundertätige Bild einer silbernen Pietà (1522) eingelassen. Damals soll sich folgendes Wunder ereignet haben, das zu den bestdokumentierten Ereignissen dieser Art zählt:

Nun wurde es Zeit, adé zu sagen. Nur kurz hinter Cannobio trafen wir auf die Grenze zur Schweiz. Wir fuhren immer noch am Ufer des Lago Maggiore entlang, nach Ascona. Und dort fanden wir, was wir drei Tage suchten: einen Strand zum Baden und Relaxen. Und sogar ein öffentliches Bad, was nichts kostete. Hier gab es Sandstrand, das Ufer war sehr flach, Ascona liegt außerdem auf einer Halbinsel. Hier konnte ich mich langsam in das kalte Wasser vortasten und schwamm eine große Runde. Nachher trockneten wir uns bei 27 °C Lufttemperatur, bevor wir gegen 12.30 Uhr endgültig in Richtung Heimat aufbrachen.
Das Tanken in der Schweiz ist ein echtes Problem. Es gibt nicht wie in Italien eine Tankstelle an der anderen, und wenn es eine gibt, dann ist sie automatisch. Eine Selbstbedienungstankstelle mit Zahlautomaten. Nur akzeptieren diese Automaten offensichtlich keine deutschen Kreditkarten, meine spuckte er wieder aus. Irgendwann fanden wir doch eine mit Bedienung. In Bellinzona vertraute man auf die Blödheit der Autofahrer. Auf der Landstraße von Ascona in Richtung Bellinzona gab es keinen Hinweis auf die Autobahnauffahrt Bellinzona-Süd. Als wir im Ort waren, nahm ich an, daß das Hinweisschild nach Bellinzona-Nord führen würde, aber wir sollten uns gründlich täuschen, denn wir wurden nach Süd geleitet, um auf der Autobahn am Ort vorbei nach Nord zu fahren. Was soll denn das?
Auf der Autobahn fuhren wir in Richtung S.Gottardo, hatten unterwegs 7 Tunnel zu durchfahren, der längste 6 km. In Airolo, vor dem Gotthardtunnel (17 km), bogen wir ab und schlichen die neue Paßstraße hinauf zum Paß. Unterwegs sahen wir die alte Straße, die Bertram mit seinen Eltern noch gefahren ist, und die uralte Straße und fuhren durch den alten Paßtunnel. Auf dem Paß war es sonnig, aber trotz 18 °C sehr kühl. Ein Spaziergang mußte aber sein.

Die alte Paßstraße kann man noch heute mit der Postkutsche bereisen. Dafür gibt es extra Reiseangebote für Tages-, Dreitages- und Fünftagesreisen. Ich habe die gelbe Postkutsche gesehen, bevor ich das Schild mit dem Angebot sah. Als wir auf unserem Spaziergang an der Herberge ankamen, war die Kutsche aber schon weg. Wir wollten ursprünglich die neue Paßstraße auch hinabfahren. Unser Parkort befand sich zwischen den beiden Paß-Seen an der alten Straße. Diese mündete aber nicht wie erhofft auf der neuen, sondern führte parallel zu ihr ein Stück weiter. Aber das war nicht schlimm, so kamen wir teilweise in den Genuß der Postkutschenreisenden. Viele Autofahrer nutzten die kurvenreiche (mehr als 24 Kehren, teilweise direkt übereinander) alte Paßstraße zu einem landschaftlichen Ausflug. Noch vor der Teufelsbrücke, die über die Schöllenen Schlucht führt, biegt die alte in die neue Paßstraße ein.

Bei Göschenen fuhren wir auf die Autobahn, vorbei am Vierwaldstätter See nach Basel. Dort zweigten wir nach Lörrach ab, um Jutta und Michael, Freunde von Bertram, in Grenzach zu besuchen. Wir wurden von den beiden zum Abendessen eingeladen, so daß wir erst gegen 21 Uhr nach Karlsruhe weiterfuhren.

Copyright © 1997 Regine Werle. Alle Rechte vorbehalten


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